Rainer und Nitsch: Was die Ausstellung in Baden zeigt
Das Arnulf Rainer Museum in Baden zeigt ab Samstag, 24. Oktober 2026, Arnulf Rainer und Hermann Nitsch nebeneinander. Laut Museum ist es die erste Ausstellung, die sich ausschließlich diesen beiden widmet. Am Eröffnungstag ist der Eintritt frei.
Seit 5. Oktober ist das Haus am Josefsplatz wegen des Umbaus für die neue Schau geschlossen, am 24. Oktober sperrt es wieder auf. Zu sehen ist „Arnulf Rainer & Hermann Nitsch“ bis 3. Oktober 2027, also fast ein Jahr lang.
Zwei Wege zum selben Problem
Arnulf Rainer wurde 1929 in Baden geboren und ist 2025 in Oberösterreich gestorben. Bekannt wurde er mit seinen Übermalungen, die er ab den 1950er-Jahren entwickelte: Er malte über Gemälde, Fotografien und Bücher, oft über Jahre hinweg. Hermann Nitsch, 1938 in Wien geboren und 2022 in Mistelbach gestorben, war Mitbegründer des Wiener Aktionismus. Sein Lebenswerk ist das Orgien Mysterien Theater, in dem er Malerei, Musik, Performance und Ritual verband. Von ihm stammen auch die Schütt- und Rinnbilder, bei denen Farbe über die Leinwand geschüttet wird und rinnt.
Was die beiden verbindet, beschreibt das Museum so: Nicht nur das fertige Werk zählt, sondern der Vorgang, in dem es entsteht, und die Frage, was ein Bild überhaupt ist. Die Ausstellung zeigt sie deshalb nicht hintereinander als zwei Kapitel der Kunstgeschichte, sondern im direkten Gegenüber.
Kreuz, Körper und Schloss Prinzendorf
Die Schau ist nach Themen gegliedert, die bei beiden vorkommen: das Kreuz als Bild für den Malprozess, das Verhältnis von Proportion und Farbe und die Fotografie als künstlerisches Mittel. Bei Rainer werden Hand- und Fingerabdrücke, Kreuzformen und fotografische Selbstporträts zum Bild. Nitsch verbindet in seinem Mappenwerk „Die Architektur des Orgien Mysterien Theaters“ Bauformen mit Formen des menschlichen Körpers und mit Finger- und Handabdrücken.
Ein Ort taucht bei beiden auf: Schloss Prinzendorf in Niederösterreich, über viele Jahre Nitschs Wirkungsstätte. Dort entstand laut Museum auch Rainers Monumentalgemälde „Selbstbegräbnis oder Christusleid, Christusfreud?“.
Woher die Bilder kommen
Ein großer Teil stammt aus der Sammlung von Helmut Zambo. Er hat 2024 den Kernbestand seiner in rund 65 Jahren aufgebauten Sammlung den Landessammlungen Niederösterreich geschenkt, darunter rund 300 Werke von Rainer sowie Arbeiten von Nitsch, Günter Brus und aus der Art Brut. Im Zwischengeschoss des Museums ist die dichte Salonhängung nachgebaut, mit der Zambo zu Hause mit seinen Bildern lebte. Kuratiert haben Zambo und Nikolaus Kratzer, der die Kunstsammlung des Landes Niederösterreich leitet.
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Wer Nitsch weiter verfolgen will: Während der Laufzeit gibt es mit einem Ticket des nitsch museums in Mistelbach die Hälfte Ermäßigung im Arnulf Rainer Museum und umgekehrt. Der Katalog (Deutsch und Englisch, 192 Seiten) kostet 29,90 Euro.
Eröffnung, Führungen und Eintritt
Am 24. Oktober wird um 11 Uhr eröffnet, von 14 bis 17 Uhr folgt ein Open House mit halbstündigen Kurzführungen für Erwachsene und für Familien sowie einer Kreativstation zum Schütten und Übermalen. Der Eintritt ist an diesem Tag ganztägig frei. Am Nationalfeiertag, Montag, 26. Oktober, hat das Museum ebenfalls offen; um 10.30 Uhr gibt es eine Highlight-Führung, für die der Kalender 4 Euro nennt. In den Herbstferien bietet das Haus außerdem eine Keramikwerkstatt für Kinder an.
Der Zugang ist laut Museum weitgehend barrierefrei. Direkt vor dem Haus darf man aussteigen lassen, Parkplätze gibt es dort aber keine. Rucksäcke und Schirme kommen in die kostenlose Garderobe.
Noch bis 25. Oktober sind übrigens im Haus der Kunst Arbeiten Rainers aus mehreren Jahrzehnten zu sehen, als Teil der Ausstellung der Galerie Ruberl.
Arnulf Rainer & Hermann Nitsch
- Ort: Arnulf Rainer Museum im ehemaligen Frauenbad, Josefsplatz 5, Baden
- Laufzeit: 24. Oktober 2026 bis 3. Oktober 2027
- Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, an Feiertagen auch montags; 24. Dezember bis 1. Jänner geschlossen
- Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder von 6 bis 14 sowie Schüler und Studierende 3 Euro, Familienticket 20 Euro, mit NÖ Familienpass 12 Euro; mit der Niederösterreich-Card einmal frei
- Kombiticket mit dem Beethovenhaus Baden: 16 Euro
- Eröffnung: Samstag, 24. Oktober, 11 Uhr; Open House 14 bis 17 Uhr, Eintritt frei
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Recherchiert anhand der Ausstellungs-, Besuchs- und Kalenderseiten des Arnulf Rainer Museums; die Ausstellung selbst ist erst ab 24. Oktober zu sehen. Gelesen und freigegeben am 21.10.2026 von leokobes.
- Arnulf Rainer Museum: Aktuelle Ausstellung „Arnulf Rainer & Hermann Nitsch“, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Kommende Ausstellung (Themen, Prinzendorf, Kuratoren), abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Ins Museum eintauchen (Schließzeit 5.–23.10.2026), abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Open House am 24.10.2026, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Ausstellungseröffnung am 24.10.2026, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Highlight-Führung am 26.10.2026, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Öffnungszeiten, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: Eintrittspreise, abgerufen 20.10.2026
- Arnulf Rainer Museum: FAQ (Barrierefreiheit, Garderobe), abgerufen 20.10.2026
- Titelfoto: Henry Kellner, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
