Ratten in Ebreichsdorf: Was seit 2026 beim Gift gilt

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Symbolbild: eine geschlossene schwarze Köderstation aus Kunststoff an einer Hauswand neben einer Mülltonne
Symbolbild, erstellt mit KI (gpt-image-2.5-flare), Byte Media GmbH

Die Stadtgemeinde Ebreichsdorf ruft dazu auf, einen Befall mit Ratten oder Mäusen früh zu erkennen und rasch zu handeln. Seit Jänner gelten dafür neue Regeln: Die stärkeren Giftköder für Profis bekommt nur noch, wer einen Sachkundenachweis hat. Was das für dich heißt und was vorbeugt.

In ihrer Mitteilung vom 13. Oktober schreibt die Stadt, dass Ratten und Mäuse Gebäude beschädigen und Krankheitserreger übertragen können. Bei einem Verdacht solle man schnell handeln und die Mittel sachgerecht anwenden. Als Ansprechpartner für Fragen nennt die Gemeinde die Assanierungsgesellschaft Michael Singer in der Schulgasse 8 in Ebreichsdorf, Telefon 02254 72264; dort gibt es laut Stadt auch Fallen und andere Produkte. Eine eigene Bekämpfungsaktion der Gemeinde, eine Frist oder Kosten nennt die Mitteilung nicht.

Was hat sich beim Rattengift geändert?

Seit 1. Jänner 2026 gilt in Österreich die Rodentizidsachkundeverordnung. Sie betrifft Giftköder mit gerinnungshemmenden Wirkstoffen, sogenannte Antikoagulantien, die nur für die berufsmäßige Verwendung zugelassen sind. Laut Umweltministerium dürfen diese Mittel nur noch an Personen mit Sachkundenachweis abgegeben werden – im Geschäft genauso wie im Internet. Als berufsmäßige Verwender nennt das Ministerium etwa Landwirte, Gemeindearbeiter und Gewerbetreibende. Den Nachweis gibt es nach einem Kurs bei einer von der Behörde betrauten Stelle; er gilt sechs Jahre.

Für Mittel, die für private Verbraucher zugelassen sind, gilt die Verordnung nicht. Das Schulungsskriptum des Ministeriums warnt allerdings: Eine Dauerbeköderung „zur reinen Vorbeugung“ ist nicht erlaubt und kann sogar schaden, weil sie die Entstehung giftresistenter Ratten begünstigt. Köder gehören in Köderstationen, nicht angenommene Köder werden nach der Bekämpfung wieder entfernt.

Wer muss sich um die Ratten kümmern?

Ein eigenes Rattengesetz gibt es nicht mehr. Das Bundesgesetz von 1925 wurde 2001 ersatzlos aufgehoben; so beschreibt es ein Antrag im niederösterreichischen Landtag aus dem Jahr 2016. Grundsätzlich ist demnach der Eigentümer des Grundstücks zuständig. Die öffentliche Hand greift erst ein, wenn er seiner Pflicht nicht nachkommt oder öffentliche Flächen betroffen sind. Viele Gemeinden haben die Bekämpfung deshalb in einer eigenen Verordnung geregelt. Ob Ebreichsdorf eine solche Verordnung hat, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Warum leben Ratten im Kanal – und was beugt vor?

Ratten ernähren sich im Kanal laut Ministerium nicht von Fäkalien, sondern vor allem von Speiseresten, die über die Toilette entsorgt wurden. Durch beschädigte Abwasserrohre können sie in Keller gelangen. Übertragen werden Krankheitserreger meist über Kot, Urin und Speichel; die häufigste von Nagetieren übertragene Krankheit ist laut Skriptum die Leptospirose.

Zur Vorbeugung nennt das Ministerium:

Rattengift seit 2026 auf einen Blick

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Recherchiert anhand der Mitteilung der Stadtgemeinde Ebreichsdorf vom 13. Oktober 2026, der Informationsseite und des Sachkundeskriptums des Umweltministeriums, der Rodentizidsachkundeverordnung im RIS und eines Antrags im NÖ Landtag zur Rechtslage. Die Angaben zur Firma Singer stammen aus der Mitteilung der Stadt. Gelesen und freigegeben am 15.10.2026 von leokobes.

Quellen (geprüft am 15.10.2026):
  1. Stadtgemeinde Ebreichsdorf: Ratten- und Mäusebekämpfung, 13.10.2026, abgerufen 15.10.2026
  2. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz: Rodentizidsachkundeverordnung, abgerufen 15.10.2026
  3. BMLUK: Bekämpfung von Ratten und Mäusen mit antikoagulanten Rodentiziden, Sachkundeskriptum 2025 (PDF), abgerufen 15.10.2026
  4. RIS: Rodentizidsachkundeverordnung, BGBl. II Nr. 246/2024, abgerufen 15.10.2026
  5. Landtag von Niederösterreich: Antrag Ltg.-918/A-3/123-2016 betreffend Rattenbekämpfung (PDF), abgerufen 15.10.2026

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