Moorschutz: das seltene Niedermoor bei Ebreichsdorf
Moore halten Wasser in der Landschaft, das betont Umweltminister Norbert Totschnig nach einer Fachtagung in Innsbruck. Das klingt nach Hochgebirge, betrifft aber auch den Bezirk Baden: Bei Ebreichsdorf liegt mit den Welschen Halten ein Niedermoor, das zu den seltensten Lebensräumen Niederösterreichs zählt.
Anlass ist die Tagung „MoorHorizonte 2026“, zu der das Umweltministerium und das Land Tirol rund 150 Fachleute aus Naturschutz, Land- und Wasserwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft eingeladen hatten. „Intakte Moore speichern Wasser und halten es in der Landschaft zurück“, sagte Totschnig in einer Videobotschaft. Damit würden sie helfen, die Folgen von Starkregen und Trockenheit abzufedern.
Was die Moorstrategie vorsieht
Hinter der Tagung steht die „Moorstrategie Österreich 2030+“. Sie soll intakte Moore erhalten und geschädigte wiederherstellen. Umgesetzt wird sie im EU-Projekt LIFE AMooRe, an dem laut Ministerium alle neun Bundesländer beteiligt sind. Das Ressort trägt nach eigenen Angaben einen Eigenanteil von 3,6 Millionen Euro. Ein Grundsatz der Strategie: Nicht jede Fläche braucht dieselbe Maßnahme. Wiedervernässt wird dort, wo es am meisten bringt und wo es mit den Menschen vor Ort umsetzbar ist. Die Beispiele aus der Aussendung liegen alle in Tirol, etwa am Bichlachmoor bei Kitzbühel, wo auf rund 3,4 Hektar Gräben verschlossen wurden, damit der Wasserstand wieder steigt.
Grundwasser statt Regen: das Moor in der Feuchten Ebene
Im Osten des Bezirks liegt ein Teil des Europaschutzgebiets „Feuchte Ebene – Leithaauen“. Dazu gehören laut Managementplan des Landes unter anderem Flächen in Ebreichsdorf, Mitterndorf an der Fischa, Pottendorf, Reisenberg und Trumau. Das Besondere dort ist das Grundwasser: Es tritt flächig an die Oberfläche. Nur deshalb konnten sich in einer Gegend mit rund 600 Millimetern Niederschlag im Jahr kalkreiche Niedermoore bilden, ein Lebensraum, dessen Schwerpunkt laut Land in den Alpen und im Alpenvorland liegt.
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Eine Form davon, das kalkreiche Niedermoor mit der Schneidebinse, ist in Niederösterreich laut Managementplan nur in diesem Schutzgebiet als Schutzgut ausgewiesen. Geschätzt sind es gerade 2,5 Hektar. Vorkommen nennt das Land bei Moosbrunn und bei Ebreichsdorf, in den Welschen Halten. Das Feuchtgebiet „Welsche Halten“ ist auch als Naturdenkmal eingetragen.
Warum diese Wiesen Pflege brauchen
Solche Moorwiesen sind keine Wildnis, sie sind durch alte Nutzung entstanden. Früher wurden sie als Streuwiesen gemäht. Seit das nicht mehr passiert, verdrängt laut Managementplan die bis zu zwei Meter hohe Schneidebinse an vielen Stellen andere Arten. Die Feuchtwiesen der Ebene sind außerdem Brutgebiet für Wachtelkönig und Rohrweihe und Lebensraum für seltene Schmetterlinge wie das Moor-Wiesenvögelchen.
Wie trocken der Herbst bisher war, zeigt unser Beitrag zu den Pegeln von Schwechat, Triesting und Piesting.
Moore im Bezirk Baden
- Europaschutzgebiet „Feuchte Ebene – Leithaauen“: FFH-Gebiet rund 5.086 Hektar, im Bezirk unter anderem Ebreichsdorf, Mitterndorf an der Fischa, Pottendorf, Reisenberg und Trumau
- Kalkreiche Niedermoore mit Schneidebinse: in Niederösterreich nur hier Schutzgut, geschätzt 2,5 Hektar, unter anderem in den Welschen Halten bei Ebreichsdorf
- Bundesweit: Moorstrategie Österreich 2030+, umgesetzt im EU-Projekt LIFE AMooRe
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Mehr aus unserer Redaktion
Recherchiert anhand der Aussendung des Umweltministeriums, der Projektseite zu LIFE AMooRe, des Managementplans des Landes Niederösterreich für das Europaschutzgebiet Feuchte Ebene – Leithaauen und der Liste der Naturdenkmäler im Bezirk Baden. Zuletzt geprüft am 24.10.2026.
- Umweltministerium: Totschnig – Moore schützen heißt Wasser sichern, 23.10.2026
- Umweltministerium: LIFE-AMooRe – Moor-Plattform 2025, abgerufen 24.10.2026
- Land Niederösterreich: Managementplan Europaschutzgebiet Feuchte Ebene – Leithaauen (PDF), abgerufen 24.10.2026
- Wikipedia: Liste der Naturdenkmäler im Bezirk Baden (BN-153 Feuchtgebiet Welsche Halten), abgerufen 24.10.2026
- Titelfoto: Braveheart, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0