Trockenheit: Flüsse im Bezirk weit unter Mittelwasser

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Die Schwechat in Baden mit Steinen im Flussbett, darüber ein Fußgängersteg zwischen Bäumen
Foto: Linie29, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Schwechat beim Steg Weilburgstraße, Sommeraufnahme)

Die Flüsse im Bezirk Baden führen derzeit nur einen Bruchteil ihres üblichen Wassers. An allen fünf Messstellen an Schwechat, Triesting und Piesting lag der Durchfluss in den vergangenen Tagen bei rund einem Viertel des langjährigen Mittels oder darunter, in Baden bei rund einem Achtel.

Das zeigen die Messwerte des NÖ Wasserstandsnachrichtendienstes vom 19. bis 23. Oktober 2026. Es sind ungeprüfte Rohdaten. Verglichen wird hier der Durchschnitt dieser Tage, nicht ein einzelner Messwert, mit dem Mittelwasser (MQ) derselben Messstelle, das der Landesdienst für jede Station angibt.

Fünf Pegel, alle weit unter dem Mittel

Noch deutlicher wird es mit einem zweiten Kennwert. Der Landesdienst nennt für jede Station auch den sogenannten Q95, also jenen Durchfluss, der an 95 Prozent der Tage erreicht oder überschritten wird. An vier der fünf Pegel lag der Durchschnitt der letzten Tage darunter: in Baden, Fahrafeld, Hirtenberg und Ebreichsdorf. Nur in Traiskirchen lag er noch knapp darüber. Rechnerisch wird dieser Wert nur an rund 18 von 365 Tagen unterschritten.

Ganz Österreich ist zu trocken

Der Bezirk steht damit nicht allein. Laut Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft war der September 2026 österreichweit um 2,1 Grad wärmer als das Mittel von 1991 bis 2020, mit rund 74 Millimetern fiel um 29 Prozent weniger Regen. An mehr als 95 Prozent der Pegel lag der Abfluss unter dem langjährigen Monatsmittel, an gut 80 Prozent war er sehr niedrig. Knapp 90 Prozent der Grundwassermessstellen zeigten niedrige oder sehr niedrige Stände.

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Für das Grundwasser erwartet das Ministerium kurzfristig keine deutliche Besserung, eher eine Stagnation auf niedrigem Niveau. Entscheidend seien ergiebige Niederschläge bei mäßigen Temperaturen, vor allem von November bis ins Frühjahr, wenn sich das Grundwasser neu bildet. Die Bundeszahlen gelten für ganz Österreich, eigene Grundwasserwerte für den Bezirk Baden enthält die Aussendung nicht.

Durchfluss 19.–23. Oktober 2026 im Vergleich zum Mittelwasser

Die aktuellen Werte mit Messzeitpunkt und dem Regen der letzten Stunden stehen laufend auf der Seite Wasserstände im Bezirk Baden. Wie hoch dieselben Pegel bei Hochwasser steigen können, zeigt der Vergleich dort mit dem höchsten je gemessenen Stand. Mehr aus den Gemeinden an der Schwechat auf den Seiten Baden und Traiskirchen.

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Recherchiert anhand der Kennwerte und Messdaten des NÖ Wasserstandsnachrichtendienstes für fünf Pegel im Bezirk, der Aussendung des Ministeriums zum September 2026 und des Hydrologischen Atlas der Schweiz. Die Prozentwerte hat die Redaktion aus diesen Daten berechnet. Zuletzt geprüft am 23.10.2026. Gelesen und freigegeben am 23.10.2026 von leokobes.

Quellen (geprüft am 23.10.2026):
  1. NÖ Wasserstandsnachrichtendienst: Stammdaten und Kennwerte Pegel Cholerakapelle (Schwechat), abgerufen 23.10.2026
  2. NÖ Wasserstandsnachrichtendienst: Durchfluss Cholerakapelle, letzte Tage (Rohdaten), abgerufen 23.10.2026
  3. NÖ Wasserstandsnachrichtendienst: Stammdaten Pegel Hirtenberg (Triesting), abgerufen 23.10.2026
  4. NÖ Wasserstandsnachrichtendienst: Stammdaten Pegel Ebreichsdorf Steg (Piesting), abgerufen 23.10.2026
  5. BMLUK: September 2026 brachte keine Trendwende bei der Trockenheit, 6.10.2026
  6. Hydrologischer Atlas der Schweiz, Tafel 5.8: Niedrigwasser, Definition Q347/Q95
  7. Titelfoto: Linie29, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Aufnahme im Sommer)

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