Angebohrte Gasleitung in Baden: Was im Ernstfall zählt

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, ist in der Badener Innenstadt eine Gasleitung angebohrt worden – hinter einer Fassade, also dort, wo man sie beim Bohren nicht sieht. Die Freiwillige Feuerwehr Baden-Stadt räumte das Wohn- und Geschäftsgebäude und den Bereich davor, suchte den Hauptgashahn und drehte ihn ab. Danach hörte der Gasaustritt auf.
Was die Feuerwehr vorgefunden hat
Nach dem Einsatzbericht der Feuerwehr lief es so ab: Zuerst wurde geräumt – der Außenbereich und das Gebäude. Dann suchten die Kräfte den Hauptgashahn und schlossen ihn, womit das Gas nicht mehr nachströmte. Ein Techniker der EVN war mitalarmiert worden und stellte vor Ort keinen weiteren Gasaustritt mehr fest.
Daraufhin wurde die Straßensperre aufgehoben und die Einsatzstelle dem Eigentümer übergeben – mit der Aufforderung, umgehend einen Installateur zu verständigen. Nach einer Dreiviertelstunde war der Einsatz beendet. Es war nicht der einzige an diesem Tag: Gegen 18:30 Uhr rückte dieselbe Feuerwehr zu einer Türnotöffnung in die Wassergasse aus, die sich als Fehlalarm herausstellte.
Eine genaue Adresse nennt die Feuerwehr nicht, und wir nennen auch keine: Bei einem Schaden an einem bestimmten Haus hat die Hausnummer in einer Nachricht nichts verloren.
Warum eine angebohrte Leitung hinter einer Fassade heikel ist
Zwei Dinge kommen hier zusammen. Erstens sieht man eine Leitung hinter der Fassade nicht – wer einen Dübel setzt, trifft sie, ohne es zu ahnen. Zweitens entweicht das Gas nicht ins Freie, sondern zuerst in den Hohlraum zwischen Mauer und Verkleidung. Dort kann es sich sammeln, statt sich zu verteilen, und von dort zieht es weiter ins Gebäude.
Deshalb war die Reihenfolge der Feuerwehr genau richtig: erst die Leute hinaus, dann die Quelle schließen. Und deshalb ist der Hauptgashahn der entscheidende Punkt – er sitzt vor allem, was im Haus liegt.
Was du tun sollst, wenn du Gas riechst
Netz Niederösterreich, der Netzbetreiber, nennt dafür fünf Schritte. Sie sind kurz, und die Reihenfolge ist nicht beliebig:
- Lüften. Fenster und Türen öffnen.
- Keine Flammen, keine Funken. Kein Feuerzeug, keine Zigarette – und keine Schalter betätigen. Auch das Ausschalten erzeugt einen Funken. Nicht in diesem Raum telefonieren.
- Gaszufuhr unterbrechen. Gerätehahn zudrehen, wenn möglich auch die Hauptabsperrung.
- Den Gefahrenbereich verlassen – gemeinsam mit allen anderen im Haus.
- Von außerhalb des Gefahrenbereichs den Gasnotruf 128 wählen.
Der Punkt mit den Schaltern wird am häufigsten übersehen. Licht anmachen, Licht ausmachen, den Dunstabzug abdrehen, das Handy im Raum benutzen – alles das kann zünden. Erst draußen telefonieren.
128 oder 122 – was ist der Unterschied?
Beide Nummern sind richtig, sie führen nur zu verschiedenen Stellen:
- 128 ist der Gasnotruf, rund um die Uhr erreichbar. Dort sitzt der Netzbetreiber, der die Leitung abdrehen und das Netz prüfen kann.
- 122 ist der Feuerwehrnotruf. Er gilt, wenn Gefahr für Menschen besteht – wenn geräumt werden muss, wenn es brennt oder brennen könnte.
Im Zweifel ist 122 nie falsch: Die Leitstelle alarmiert den Netzbetreiber mit, so wie in Baden der EVN-Techniker gleich mitalarmiert wurde. Wer sich fragt, welche Nummer die richtige ist, verliert Zeit – ruf eine davon.
Und danach?
Mit dem abgedrehten Hauptgashahn ist die Gefahr weg, die Leitung aber noch kaputt. Deshalb die Aufforderung der Feuerwehr an den Eigentümer, sofort einen Installateur zu rufen: Repariert und wieder in Betrieb genommen wird eine Gasleitung von einer Fachkraft, nicht von der Feuerwehr und nicht von einem selbst. Bis dahin bleibt das Gas abgedreht – auch wenn das heißt, dass Heizung und Herd kalt bleiben.
Wie du so einen Treffer vermeidest
Vor dem Bohren in eine Außenwand oder in die Nähe der Hauseinführung lohnt die Frage, wo die Leitung liegt. Pläne der Hausinstallation hat in der Regel die Hausverwaltung oder der Installateur, der zuletzt gearbeitet hat. Ein Leitungssucher findet Metall und Strom, eine moderne Gasleitung aus Kunststoff aber nicht zuverlässig – das Gerät ersetzt die Nachfrage nicht.
- 128 – Gasnotruf, rund um die Uhr
- 122 – Feuerwehr, bei Gefahr für Menschen
- 0810 820 120 – Störungsdienst von Netz Niederösterreich
- Beim Riechen von Gas: lüften, keine Schalter, Gas abdrehen, hinausgehen, von draußen anrufen
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Recherchiert anhand des Einsatzberichts der Freiwilligen Feuerwehr Baden-Stadt und der Verhaltensregeln bei Gasgeruch von Netz Niederösterreich. Der Einsatzbericht war der Anlass; Text und Fotos der Feuerwehr sind urheberrechtlich geschützt und wurden nicht übernommen. Der Text ist maschinell aus den unten genannten Quellen entstanden und von der Redaktion noch nicht nachgelesen.



