Messfahrzeuge suchen heißes Wasser unter Pottendorf

In rund 3.000 Metern Tiefe liegt unter dem südlichen Wiener Becken heißes Wasser. Um herauszufinden, wo genau, schickt die EVN Messfahrzeuge über Straßen und Forstwege – auch durch das Gemeindegebiet von Pottendorf.
Das teilt die Marktgemeinde Pottendorf mit. Das Untersuchungsgebiet reicht von Schwechat bis Wiener Neustadt. Die Messungen sollen geeignete Standorte für spätere Anlagen finden.
Was die Fahrzeuge dort genau machen
Das Verfahren heißt Vibrationsseismik. Spezielle Fahrzeuge fahren vorher festgelegte Strecken ab und erzeugen über hydraulische Rüttelplatten kontrollierte Vibrationen. Die Schallwellen breiten sich im Untergrund aus, werden von den Gesteinsschichten zurückgeworfen und von kleinen Messgeräten aufgezeichnet – sogenannten Geofonen.
Aus diesen Daten entstehen Modelle des Untergrunds. Sie zeigen, ob und wo die geologischen Voraussetzungen für Tiefen-Geothermie überhaupt gegeben sind. Gebohrt wird dabei noch nicht.
Wie laut es wird und wo gemessen wird
Eine Messung an einem Punkt dauert nach Angaben der Gemeinde etwa eine Minute. Danach fährt das Fahrzeug rund 20 Meter weiter. Den Lärm vergleicht die Mitteilung mit einer Straßenwalze oder einer vorbeifahrenden Straßenbahn.
Gearbeitet wird tagsüber und überwiegend in den Herbst- und Wintermonaten. Gemessen wird hauptsächlich auf öffentlichen Straßen und Forstwegen; diese bleiben laut Gemeinde grundsätzlich befahrbar.
Warum die EVN überhaupt so tief sucht
Mit zunehmender Tiefe steigt die Temperatur im Erdinneren. In mehr als 3.000 Metern kann das dort vorhandene Wasser bis zu 100 Grad Celsius heiß sein. Über eine Bohrung wird es an die Oberfläche geholt, gibt seine Wärme über Wärmetauscher an ein Wärmenetz ab und wird über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeleitet. Es entsteht ein geschlossener Kreislauf.
Anders als Sonne und Wind liefert Tiefen-Geothermie ganzjährig Wärme. Gemeinsam mit heimischer Biomasse und Großwärmepumpen soll sie die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern. Die EVN nennt als Ziel, bis 2035 zwei Tiefen-Geothermieanlagen an ihre Naturwärmenetze anzuschließen. Das Forschungsprogramm dahinter heißt GeoWärme Niederösterreich; einen Teil der Untersuchungen führt die EVN gemeinsam mit der Universität Wien durch.
- Tiefe des gesuchten Thermalwassers: rund 3.000 Meter
- Temperatur dort: bis zu 100 Grad Celsius
- Untersuchungsgebiet: von Schwechat bis Wiener Neustadt
- Dauer je Messpunkt: etwa eine Minute, dann 20 Meter weiter
- Ziel: zwei Anlagen am Netz bis 2035
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Recherchiert anhand der Mitteilung der Marktgemeinde Pottendorf und der Angaben der EVN zum Forschungsprogramm GeoWärme Niederösterreich. Der Text ist maschinell aus den unten genannten Quellen entstanden und von der Redaktion noch nicht nachgelesen.