Was eine Druckerei vorher wissen will
Vier Angaben entscheiden über Preis und Termin: Format, Auflage, Papier und Farbigkeit. Dazu kommt die Weiterverarbeitung – falzen, binden, laminieren, stanzen. Wer diese Punkte in der ersten Anfrage nennt, bekommt vergleichbare Angebote statt einer Rückfrage.
Bei den Druckdaten hilft vor allem eines: das Datenblatt der Druckerei. Dort steht, wie viel Anschnitt sie braucht (bei Drucksachen meist wenige Millimeter, bei Bannern oft mehr), welches Farbprofil sie verwendet und in welchem PDF-Standard sie die Datei haben will. Schriften gehören eingebettet oder in Pfade umgewandelt.
Auflösung: Es zählen die Pixel, nicht die dpi-Zahl
Die dpi-Angabe in einer Bilddatei ist nur ein Vermerk – entscheidend ist, wie viele Pixel das Bild hat und wie groß es gedruckt wird. Ein Foto mit 1.200 Pixel Breite reicht für eine Postkarte, für ein A3-Plakat wird es unscharf, egal welche dpi-Zahl in der Datei steht. Als Richtwert für Drucksachen, die man aus der Nähe liest, gelten rund 300 Pixel pro Zoll in Endgröße. Ein Banner, das man aus mehreren Metern sieht, kommt mit deutlich weniger aus – wie viel, sagt die Druckerei. Logos und Schrift sind als Vektordaten am besten aufgehoben, dann spielt die Auflösung keine Rolle.
Bildschirm und Papier
Der Bildschirm leuchtet, Papier nicht. Kräftige Blau-, Grün- und Orangetöne wirken im Druck gedämpfter als am Monitor – das ist eine Eigenschaft des Verfahrens, keine Nachlässigkeit der Druckerei. Wer auf eine bestimmte Farbe angewiesen ist, etwa beim Logo, arbeitet mit einer Sonderfarbe oder lässt einen Proof machen. Auf ungestrichenem Papier fallen Farben zudem matter aus als auf gestrichenem.
Digital oder Offset
Digitaldruck braucht keine Druckplatten: Er ist schnell, rechnet sich bei kleinen Auflagen und erlaubt, jedes Stück anders zu bedrucken – etwa Namensschilder oder nummerierte Eintrittskarten. Offsetdruck lohnt bei größeren Auflagen, kann Sonderfarben und hält die Farbe über viele Tausend Bogen gleich. Ab welcher Stückzahl Offset günstiger wird, hängt von Format, Papier, Farbigkeit und Weiterverarbeitung ab; Onlinedruckereien, die viele Aufträge auf einen Bogen setzen, verschieben die Grenze zusätzlich. Am verlässlichsten ist, sich beide Varianten anbieten zu lassen.
Werbetechnik: Banner, Schilder, Fahrzeuge
Für draußen zählt das Material mehr als die Grafik. Mesh-Banner sind gelocht und lassen Wind durch – für Bauzäune und Gerüste die übliche Wahl. Frontlit-Banner sind geschlossen, leuchtender in der Farbe, brauchen aber eine stabile Befestigung. Schilder aus Alu-Verbundplatten halten im Freien jahrelang, Forex (Hartschaum) eher innen.
Bei der Fahrzeugbeschriftung lohnt die Frage, ob Teilbeschriftung genügt oder eine Vollfolierung gewünscht ist – und bei Leasingautos, ob sich die Folie später rückstandsfrei ablösen lässt. Ein Folierbetrieb nennt dafür die Folienqualität und die erwartbare Haltbarkeit.
Textildruck und Stick
Für ein paar einzelne Shirts mit Namen oder Nummer eignen sich Flex-, Flock- oder Digitaldruck. Siebdruck wird erst bei größeren Stückzahlen günstig, weil für jede Farbe ein eigenes Sieb entsteht. Stick wirkt auf Polos, Jacken und Kappen hochwertig und hält viele Wäschen; der Preis richtet sich nach der Stichzahl, also nach Größe und Dichte des Logos. Für Vereinsdressen gilt: Größen früh einsammeln – Nachbestellungen einzelner Stücke kosten mehr.
Weinbau und Gastronomie
In der Thermenregion ist das Weinetikett eine eigene Disziplin. Pflichtangaben wie Alkoholgehalt, Nennvolumen und der Hinweis auf Sulfite regelt das Weinrecht; seit Dezember 2023 kommen für neue Jahrgänge Zutaten und Nährwerte dazu, häufig über einen QR-Code. Den Etikettentext deshalb vor dem Druck prüfen lassen. Für Speisekarten lohnt laminiertes oder abwaschbares Material – und ein Layout, in dem sich Preise ändern lassen, ohne alles neu zu drucken.
Für Veranstaltungen
Plakate und Flyer brauchen Vorlauf, Roll-ups und Beachflags je nach Anbieter einige Werktage. Korrekturen nach der Druckfreigabe sind teuer – lieber einmal mehr Korrektur lesen, am besten von jemandem, der den Text noch nicht kennt. Wer Plakate auf öffentlichem Grund aufhängen will, klärt das vorher mit der Gemeinde.
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