Baden ist Welterbe – was das für die Stadt bedeutet

Am 24. Juli 2021 hat das Welterbekomitee der UNESCO in Fuzhou entschieden: Baden bei Wien steht auf der Welterbeliste. Nicht ein Gebäude, nicht der Kurpark allein – sondern Baden als Teil von etwas Größerem. Was das heißt, merkt man weniger an einer Tafel als an der Bauordnung.
Wofür Baden ausgezeichnet wurde
Der Titel lautet „The Great Spa Towns of Europe“. Es ist eine transnationale serielle Welterbestätte: Elf Städte in sieben Ländern bilden gemeinsam eine Stätte. Keine davon wäre allein auf die Liste gekommen – es geht um das, was sie zusammen hervorgebracht haben.
- Österreich: Baden bei Wien
- Belgien: Spa
- Tschechien: Karlovy Vary (Karlsbad), Mariánské Lázně (Marienbad), Františkovy Lázně (Franzensbad)
- Frankreich: Vichy
- Deutschland: Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen
- Italien: Montecatini Terme
- Vereinigtes Königreich: Bath
Was die UNESCO daran bemerkenswert findet
Die Begründung stützt sich auf zwei Kriterien, und beide sagen etwas über Baden aus.
Kriterium ii betrifft den Austausch von Ideen. Zwischen etwa 1700 und den 1930er-Jahren haben diese Städte Entwicklungen in Medizin, Kurwesen und Freizeitgestaltung geprägt – und dabei voneinander abgeschaut. Was in Bath erfunden wurde, stand bald in Baden, und umgekehrt.
Kriterium iii betrifft die Stadt selbst: Aus diesem Austausch sei eine neue Stadtstruktur ohne historisches Vorbild entstanden. Gemeint ist die Verbindung aus Gesundheit, Bewegung und Vergnügen an einem Ort – Trinkhalle, Park, Theater, Spielbank, Promenade, alles in Gehweite. Diese Mischung gab es vorher nicht, und sie ist in Baden bis heute ablesbar.
Was in Baden tatsächlich geschützt ist
Hier wird es für Einheimische interessant. Geschützt ist nicht nur die Welterbezone und ihre Pufferzone: Die Schutzzonen der Stadt bestehen schon seit 2007 und umfassen nach Darstellung des Welterbe-Managements den gesamten erhaltenen Baubestand Badens – sie reichen also über das Welterbegebiet hinaus.
Innerhalb dieser Zonen sind die Gebäude nach ihrer baukünstlerischen und historischen Bedeutung in vier Schutzkategorien eingeteilt. Ganz oben stehen die denkmalgeschützten Objekte. Wer ein Haus in Baden besitzt oder kaufen will, sollte wissen, in welcher Kategorie es liegt – das entscheidet, was bei Fenstern, Fassade und Dach möglich ist.
Wie groß Kern- und Pufferzone genau sind, nennt die Stadt auf ihrer Welterbeseite nicht. Wer es für ein konkretes Grundstück braucht, fragt am besten direkt beim Welterbe-Management oder bei der Baubehörde nach.
Wer wofür zuständig ist
Der Schutz verteilt sich auf drei Ebenen – das erklärt, warum man bei verschiedenen Fragen an verschiedenen Türen klopft:
- Bund: Denkmalschutz und Forst
- Land Niederösterreich: Naturschutz und Thermalwasser
- Stadt Baden: Ortsbildschutz und Bauordnung
Für die Koordination hat Baden im Mai 2022 ein eigenes Welterbe-Management eingerichtet. Es kümmert sich um Schutz, Forschung, Dokumentation und darum, den Status öffentlich zu erklären.
Was der Titel nicht ist
Ein Welterbestatus ist kein Preis, den man bekommt und dann einrahmt. Österreich hat sich mit der Aufnahme freiwillig und ohne Vorbehalt verpflichtet, die Stätte zu schützen. Das ist eine Zusage, die bleibt – und sie kann auch zurückgenommen werden, wenn ein Land sie nicht einhält.
Er ist auch keine Garantie für Fördergeld und kein Verbot, zu bauen. Er ist eine Verabredung darüber, wie weitergebaut wird.
- Aufgenommen am 24. Juli 2021 in Fuzhou, 44. Sitzung des Welterbekomitees
- „The Great Spa Towns of Europe“ – elf Städte in sieben Ländern, eine Stätte
- Begründung: Austausch von Ideen (Kriterium ii) und eine Stadtform ohne Vorbild (Kriterium iii)
- Badens Schutzzonen gelten seit 2007 und umfassen den gesamten erhaltenen Baubestand
- Vier Schutzkategorien; denkmalgeschützte Objekte stehen am höchsten
- Welterbe-Management der Stadt seit Mai 2022
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Ein Erklärstück, keine Tagesmeldung: recherchiert anhand der Angaben der Österreichischen UNESCO-Kommission und des Welterbe-Managements der Stadt Baden. Angaben zur Größe der Kern- und Pufferzone macht die Stadt auf dieser Seite nicht – deshalb stehen hier keine. Der Text ist maschinell aus den unten genannten Quellen entstanden und von der Redaktion noch nicht nachgelesen.



