Das Helenental: ein Tal, zwei Ruinen, viele Wege

Wer in Baden wandern geht, geht fast immer ins Helenental. Das Tal der Schwechat westlich der Stadt ist seit zweihundert Jahren das Ausflugsziel der Kurgäste – und es ist mehr als eine hübsche Kulisse: ein Naturschutzgebiet mit zwei Burgruinen, einem gesprengten Felsentunnel und einer Reihe markierter Wege, die bei der Stadtgrenze beginnen.
Was das Helenental überhaupt ist
Das Helenental ist ein Teil des Schwechattales im Wienerwald. Im engeren Sinn meint der Name nur den untersten Abschnitt westlich von Baden; heute versteht man darunter den ganzen Verlauf zwischen Baden und Mayerling. Es steht als Naturschutzgebiet „Hoher Lindkogel – Helenental" unter dem besonderen Schutz der niederösterreichischen Landesregierung.
An der Stadtgrenze durchquert die Straße Richtung Alland den Urtelstein – ursprünglich Urtheilstein – in einem kurzen Tunnel. Er wurde 1826 mit 15.000 Sprengschüssen aus dem Fels geschlagen und huldigte Kaiser Franz I. Dass die Schwechat hier regelmäßig Hochwasser führt, ist kein historisches Detail: Am Ufer steht eine automatische Wasserstandserfassung. Wie viel gerade im Bach ist, steht bei uns auf der Seite mit den Wasserständen.
Zwei Ruinen, eine Aufgabe
Über dem Tal stehen einander zwei Burgruinen gegenüber. Rauheneck liegt 2,5 Kilometer westlich des Badener Stadtzentrums auf einem Vorberg des Lindkogels, am rechten Ufer der Schwechat. Als erster Besitzer wird Hartung von Ruhenekke in einer undatierten Urkunde um 1130 genannt. Die Familie – sie nannte sich nach 1200 Tursen – rodete im 12. und 13. Jahrhundert den Wald am Fuß der Burg. 1384 erlosch das Geschlecht, die Besitzungen gingen an die Walseer.
Rauhenstein steht nordöstlich der Schwechat, also auf der anderen Talseite, und wurde vermutlich ebenfalls im 12. Jahrhundert von den Tursen erbaut. Sein Bergfried ist der älteste Teil: 20 Meter hoch, die Mauern an der Basis drei Meter dick. Gemeinsam mit Rauheneck und der Burg Scharfeneck sicherte er den Weg von Baden durch das Helenental Richtung Heiligenkreuz.
Zerstört haben die Burgen nicht nur Kriege. Am endgültigen Verfall von Rauhenstein trägt die Dachsteuer des 18. Jahrhunderts Schuld: Weil sich diese Gebäudesteuer nach der Dachfläche berechnete, wurden viele Burgen schlicht abgedeckt.
Die Wege, mit Zahlen
Die Tourismusregion Wienerwald führt für Baden eine Reihe markierter Touren mit Länge und Gehzeit. Die kurzen zuerst:
- „Tut Gut!" Wanderweg Route 1 – 1,17 km, 0:25 h, ab Parkplatz Rudolfshof
- Route 2 – 2,89 km, 0:55 h
- Route 3 – 4,05 km, 1:25 h
- „Tut Gut!" Schritteweg Baden – 8,31 km, 2:10 h, Zugänge Schiestl- und Trostgasse
- Von der Burgruine zum Heurigen – 7,19 km, 2:00 h
- Vom Kurpark zur Proksch-Hütte – 8,32 km, 2:40 h
- Beethoven Spazierweg nach Gumpoldskirchen – 13,48 km, 3:45 h
- Eisernes Tor – der Hausberg der Badener – 16,77 km, 5:40 h
Die „Tut Gut!"-Wege gehören zu einer Initiative des Landes Niederösterreich für Bewegung und Gesundheit; sie sind bewusst kurz gehalten und beschildert.
Wenn es weiter gehen soll: der Anninger
Nördlich schließt der Anninger an, der Hausberg zwischen Thermenlinie und Wienerwald. Er ist eine Kalkhochfläche mit vier Gipfeln; der höchste trägt denselben Namen und misst 675 Meter, dort steht die gemauerte Wilhelmswarte. Dazu kommen der Eschenkogel mit 653 Metern samt Anningerhaus und Kaiser-Jubiläumswarte, der Vierjochkogel mit 651 Metern und dem Sender aus dem Jahr 1956 sowie der Buchkogel mit 639 Metern. Vom Bahnhof Baden sind es 3,10 km und eine Stunde zur Theresienwarte, 10,43 km und 3:10 h zur Rudolf-Proksch-Hütte und 14,15 km und 3:50 h über den Beethoven Spazierweg.
Was wir nicht wissen
Die Längen- und Zeitangaben stammen von der Tourismusregion Wienerwald; wir sind die Strecken nicht abgegangen. Ob ein Weg gerade gesperrt ist, ob die Hütten geöffnet haben und wie es nach einem Hochwasser im Talboden aussieht, steht dort nicht – und ändert sich schnell. Bei den Ruinen gilt: Es sind Ruinen. Absperrungen haben einen Grund.
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Mehr aus unserer Redaktion
Recherchiert am 5.10.2026. Die Wegdaten stammen von der Tourismusregion Wienerwald, die Angaben zu Tal, Ruinen und Anninger aus je einer eigenen Quelle. Die Strecken wurden von uns nicht abgegangen.
- Wienerwald Tourismus: Wandern in Baden und Umgebung
- Wienerwald Tourismus: Helenental
- Wikipedia: Helenental – Naturschutzgebiet, Urtelstein-Tunnel
- Wikipedia: Burgruine Rauheneck – Lage und Besitzergeschichte
- Wikipedia: Burgruine Rauhenstein – Bergfried, Dachsteuer
- Wikipedia: Anninger – Gipfel und Höhen
- Tut gut! – Initiative des Landes Niederösterreich



