KI und Medikamente: Wer in den Antworten vorkommt

Redaktion badenliefert.at
Symbolbild: ein Smartphone mit leerem, leuchtendem Bildschirm, daneben eine weiße Schachtel, ein Tablettenblister und ein Glas Wasser auf einem Holztisch
Symbolbild, erstellt mit KI (gpt-image-2.5-flare), Byte Media GmbH

Wer ChatGPT oder einen anderen KI-Assistenten nach einem rezeptfreien Mittel gegen Schnupfen oder Sodbrennen fragt, bekommt oft große Herstellermarken und Versandapotheken genannt. Das zeigt eine Studie des Marktforschers research tools. Unter den meistzitierten Quellen ist keine österreichische.

Die Studie „KI-Performance Arzneimittel 2026“ ist am 22. September erschienen. research tools aus Esslingen am Neckar hat dafür zehn KI-Systeme mit je 50 deutschsprachigen Fragen zu rezeptfreien Arzneimitteln befragt, darunter ChatGPT, Gemini, Copilot, Perplexity und Claude. Marken, Hersteller und Apotheken kamen in den Fragen bewusst nicht vor. Gezählt wurde, wer in den Antworten genannt wird und an welcher Stelle. Die vollständige Studie kostet 2.000 Euro; für diesen Beitrag lag nur die frei lesbare Zusammenfassung vor.

Wen nennen die KI-Systeme?

In den 500 Antworten tauchen 779 Marken von 504 Firmen auf. An der Spitze steht laut research tools ratiopharm, das in sechs der zehn Systeme auf Platz 1 liegt. Dahinter folgen Bepanthen und zwei Versandapotheken: Shop Apotheke und DocMorris. Die Hersteller kommen auf rund 59 Prozent der vergebenen Punkte. Den Rest teilen sich Apotheken, Gesundheitsmedien, Fachstellen und andere Anbieter.

Die Systeme unterscheiden sich stark. Copilot nannte insgesamt 71 Marken, Claude 314. Bei ChatGPT steht mit dem britischen Gesundheitsdienst NHS keine Marke, sondern eine Institution ganz vorn.

Woher die Antworten ihr Wissen holen

Am häufigsten zitierten die Systeme vier Quellen: nhs.uk, apotheken-umschau.de, nih.gov und shop-apotheke.com. Das sind der britische Gesundheitsdienst, ein deutsches Apothekenmagazin, die National Institutes of Health der USA und eine Versandapotheke. Eine österreichische Quelle ist nicht darunter.

Das ist mehr als eine Formalität. Ob ein Mittel in Österreich verkauft werden darf und ob es dafür ein Rezept braucht, regelt das österreichische Recht – davon hängt auch ab, was eine Versandapotheke hierher schicken darf. Eine österreichische Apotheke aus dem Bezirk nennt die frei lesbare Zusammenfassung nicht. Ob überhaupt eine österreichische Apotheke in den Antworten vorkam, geht aus ihr nicht hervor.

Was in Österreich für die Bestellung im Netz gilt

Seit 25. Juni 2015 dürfen österreichische Apotheken rezeptfreie Arzneimittel versenden. Laut Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) brauchen sie dafür eine Registrierung beim Amt. Versandapotheken aus anderen EWR-Staaten, etwa aus Deutschland, dürfen nach Österreich liefern. Das gilt aber nur für Arzneimittel, die in Österreich zugelassen oder registriert und nicht rezeptpflichtig sind. Was hierzulande rezeptpflichtig ist, darf laut BASG nicht über den Versandhandel aus einem anderen EWR-Land beschafft werden.

Eine legale Versandapotheke trägt das EU-Sicherheitslogo. Ein Klick darauf führt zur zuständigen Aufsichtsbehörde. Die registrierten österreichischen Versandapotheken stehen im Fernabsatzregister des BASG.

Was das für die Apotheke im Ort heißt

research tools zieht aus den Zahlen selbst den Schluss: Wer in der KI-Antwort vorkommen will, muss in deren Quellen vorkommen. Das Ranking misst Marken, keine einzelnen Apotheken. Die meistzitierten Quellen sind Gesundheitsinstitutionen und Apothekenportale; sie liefern laut research tools „das inhaltliche Fundament der KI-Antworten“. Wie Betriebe in Wien und Niederösterreich in der KI-Suche sichtbar werden, beschreibt die Badener Agentur Byte Media, die auch dieses Portal betreibt, in ihrem Beitrag über KI-Suche und GEO für Betriebe in Niederösterreich. Mehr zu KI-Werkzeugen und ihrer Funktionsweise steht auf dem Wissensportal bomots.de.

Für eine schnelle Auskunft gibt es auch zwei österreichische Anlaufstellen: die Gesundheitsnummer 1450, die rund um die Uhr berät, und die Apothekensuche der Apothekerkammer. Sie zeigt auch die nächste dienstbereite Apotheke.

Die Studie in Zahlen

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Recherchiert anhand der frei lesbaren Zusammenfassung der Studie von research tools (die Studie selbst wurde nicht gekauft) sowie der Angaben des BASG zum Fernabsatz von Arzneimitteln und der Österreichischen Apothekerkammer.

Quellen (geprüft am 13.10.2026):
  1. research tools: Studie KI-Performance Arzneimittel 2026, frei lesbare Zusammenfassung und FAQ, abgerufen 13.10.2026
  2. BASG: Arzneimittel im Internet – Fernabsatz, abgerufen 13.10.2026
  3. BASG: FAQ Fernabsatz (Lieferung aus anderen EWR-Staaten, Rezeptpflicht), abgerufen 13.10.2026
  4. BASG: Online-Versand für rezeptfreie Medikamente startet, 23.6.2015
  5. BASG: Fernabsatzregister
  6. Österreichische Apothekerkammer: Apothekensuche, abgerufen 13.10.2026
  7. 1450 – Gesundheitsberatung, abgerufen 13.10.2026

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