Wenn der Rasen braun wird: Was stattdessen wächst

Redaktion badenliefert.at
Symbolbild: Nahaufnahme einer artenreichen Wiese im Gegenlicht, weiße Schafgarbendolden und Gänseblümchen zwischen Gräsern, breite Spitzwegerichblätter im Vordergrund, eine Hummel unscharf im Hintergrund
Symbolbild, erstellt mit KI (gpt-image-2.5-flare), Byte Media GmbH

Günselsdorf und Schönau an der Triesting haben Anfang Oktober dieselbe Empfehlung an ihre Bürgerinnen und Bürger weitergegeben — wortgleich, von der Aktion „Natur im Garten“ des Landes Niederösterreich. Es geht um eine Frage, die sich nach diesem Sommer viele gestellt haben: Was tun, wenn der Rasen braun wird?

Die häufigste Frage des Sommers

Am Gartentelefon des Landes — die Aktion nennt es ihren ökologischen „Rat auf Draht“ — war es laut der Aussendung eine der meistgestellten Fragen: Was tun gegen vertrockneten Rasen, und welche Alternativen gibt es?

Die Antwort ist unbequem für alle, die einen gleichmäßig kurzen, satten Teppich vor dem Haus wollen. Denn genau dieser Teppich ist das Problem.

Warum Zierrasen im Hitzesommer aufgibt

Was im Handel als Rasensaatgut verkauft wird, besteht meist aus wenigen Grasarten, die auf dichten Wuchs und gleichmäßige Farbe gezüchtet sind. Sie wurzeln flach. Bleibt der Regen aus, kommen sie an kein Wasser mehr heran und stellen das Wachstum ein — die Fläche wird braun.

Heimische Wildkräuter machen es anders. Die Aussendung nennt vier beim Namen:

Im Sommer 2026 blieben diese Pflanzen nach Beobachtung der Aktion grün und blühten weiter, während das Gras ringsum vertrocknete.

Was das für Insekten bedeutet

Eine blühende Fläche inmitten brauner Umgebung ist für Insekten keine Kleinigkeit. Wenn in der heißesten Zeit des Jahres kaum etwas blüht, wird jede Nahrungsquelle wichtig — und ein Kräuterrasen liefert sie genau dann, wenn andernorts nichts mehr geht.

Weniger Arbeit, nicht mehr

Der praktische Teil überrascht manche: Ein Kräuterrasen braucht weniger Pflege als ein Zierrasen, nicht mehr. Kein häufiges Gießen, kein wöchentliches Mähen, kein Dünger. Das spart Wasser, Zeit und Geld.

Einige der Pflanzen lassen sich auch verwenden. Getrocknet würzen sie oder geben Tee; Spitzwegerich und Thymian werden traditionell zu Hustensirup verarbeitet.

Wie man anfängt

Im Handel gibt es fertige Kräuter- und Blumenrasenmischungen, auch trittfeste für Flächen, die begangen werden. Die Aktion „Natur im Garten“ verweist auf ihre Partnerbetriebe.

Der schwierigste Teil ist vermutlich ein anderer: sich an ein anderes Bild von Rasen zu gewöhnen. Statt einer gleichmäßigen Fläche entsteht etwas Unruhigeres mit verschiedenen Grüntönen und Blüten dazwischen. Dafür bleibt es grün, wenn der Nachbarrasen braun ist.

Wer hinter der Empfehlung steht

„Natur im Garten“ ist eine Aktion des Landes Niederösterreich. Sie arbeitet mit drei Grundregeln: kein Torf, kein chemisch-synthetischer Dünger, keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Gemeinden können sich der Aktion anschließen und ihre öffentlichen Flächen danach pflegen lassen.

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Grundlage sind die gleichlautenden Mitteilungen der Gemeinden Günselsdorf und Schönau an der Triesting vom 1. Oktober 2026, die auf eine Aussendung der Aktion „Natur im Garten“ zurückgehen. Die Erläuterungen zu Wurzeltiefe und Pflegebedarf ordnen die genannten Pflanzen ein; die Beobachtung zum Sommer 2026 stammt aus der Aussendung selbst.

Quellen (geprüft am 07.10.2026):
  1. Marktgemeinde Günselsdorf: Grün statt braun – Kräuterrasen statt Zierrasen
  2. Gemeinde Schönau an der Triesting: Grün statt braun – Kräuterrasen statt Zierrasen
  3. Natur im Garten – Aktion des Landes Niederösterreich

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