Lebensqualität: Was die Umfrage für den Bezirk heißt
86 Prozent der Menschen in Österreich sind mit der Lebensqualität in ihrer Gemeinde sehr oder eher zufrieden. Das zeigt eine Umfrage, die das Landwirtschafts- und Regionenministerium am 21. Oktober vorgestellt hat. Spannend für den Bezirk Baden ist ein Detail: Was den Leuten wichtig ist, hängt stark davon ab, wie groß ihre Gemeinde ist.
Befragt hat das Institut für Demoskopie und Datenanalyse laut Ministerium 3.000 Personen ab 16 Jahren, repräsentativ für Österreich. 72 Prozent sind zuversichtlich, dass ihre Gemeinde auch künftig eine gute Lebensqualität bietet. Als wichtigste Themen nannten die Befragten Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung (29 Prozent), Bildungseinrichtungen (28 Prozent), Leerstand und Ortskernentwicklung (27 Prozent), den Ausbau erneuerbarer Energie (23 Prozent) und regionale Lebensmittel und Direktvermarktung (20 Prozent).
Drei Größenklassen, drei Prioritäten
Die Studie teilt die Gemeinden in drei Gruppen. In Gemeinden unter 5.000 Einwohnern stehen laut Ministerium Nahversorgung, Erreichbarkeit, Katastrophenschutz und die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden stärker im Vordergrund. Zwischen 5.000 und 19.999 Einwohnern sind Leerstand, Ortskernentwicklung, regionale Lebensmittel und Direktvermarktung besonders wichtig. Ab 20.000 Einwohnern werden Bildung, Klimaschutz, erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft sowie soziales Zusammenleben und Integration häufiger genannt. Kleinere Gemeinden sind dabei besonders zufrieden, in größeren gibt es etwas mehr Skepsis, was die Zukunft angeht.
Wo der Bezirk Baden in diesem Raster steht
Eigene Ergebnisse für den Bezirk Baden enthält die Studie nicht. Legt man aber die Einwohnerzahlen von Statistik Austria (Stand 1. Jänner 2026) daneben, zeigt sich, wie sich die 30 Gemeinden auf die drei Gruppen verteilen:
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- Ab 20.000 Einwohnern: nur die Stadt Baden mit 26.097 Einwohnern, das sind 17 Prozent der Bezirksbevölkerung.
- 5.000 bis 19.999: acht Gemeinden, nämlich Traiskirchen (18.958), Bad Vöslau (12.589), Ebreichsdorf (12.017), Berndorf (8.815), Pottendorf (7.849), Kottingbrunn (7.380), Leobersdorf (5.363) und Oberwaltersdorf (5.353). Hier wohnt mit 78.324 Menschen gut die Hälfte des Bezirks.
- Unter 5.000: die übrigen 21 Gemeinden, von Furth an der Triesting mit 847 bis Enzesfeld-Lindabrunn mit 4.297 Einwohnern. Zusammen sind das 46.102 Menschen, knapp ein Drittel.
Der Bezirk ist damit vor allem einer der mittelgroßen Gemeinden, genau der Gruppe, für die Leerstand und Ortskerne laut Umfrage besonders wichtig sind. Ob das hier genauso gesehen wird, sagt die Studie nicht, denn sie nennt keine Werte für einzelne Bezirke.
Leerstand vor Neubau
Bei der Flächennutzung sind die Antworten deutlich: 65 Prozent halten es für sehr wichtig, leerstehende Gebäude wieder zu nutzen, und 68 Prozent wollen, dass brachliegende Flächen vor einer Neubebauung genutzt werden. Den Schutz landwirtschaftlicher Böden halten 57 Prozent für sehr wichtig und weitere 30 Prozent für eher wichtig. Bundesminister Norbert Totschnig kündigte an, in Ortskerne, regionale Energie und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe investieren zu wollen.
Umfrage „Lebensqualität in Gemeinden“
- 3.000 Befragte ab 16 Jahren, Institut für Demoskopie und Datenanalyse, für das BMLUK
- 86 % sehr oder eher zufrieden, 72 % zuversichtlich
- Bezirk Baden: 1 Gemeinde ab 20.000, 8 zwischen 5.000 und 19.999, 21 unter 5.000 Einwohnern (Statistik Austria, 1.1.2026)
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Recherchiert anhand der Aussendung des Ministeriums zur Studie und der Einwohnerzahlen von Statistik Austria. Die Zuordnung der Gemeinden zu den Größenklassen hat die Redaktion selbst berechnet. Zuletzt geprüft am 23.10.2026. Gelesen und freigegeben am 23.10.2026 von leokobes.
