Schaltsekunde fällt 2027 weg: Was das für deine Uhr heißt
Ab 20. Mai 2027 bekommt die Weltzeit keine Schaltsekunden mehr. Das hat die Generalkonferenz für Maß und Gewicht Mitte Oktober in Versailles beschlossen. An deiner Uhr ändert sich dadurch nichts: Es wird keine Stunde übersprungen, und die Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit bleibt, wie sie ist.
Was beschlossen wurde
Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht ist das oberste Gremium für die internationalen Maßeinheiten. Bei ihrer 28. Sitzung von 13. bis 15. Oktober 2026 hat sie mit Resolution 5 entschieden: Die koordinierte Weltzeit UTC läuft ab 20. Mai 2027 ohne Sprünge weiter. Der 20. Mai ist der Weltmetrologietag.
Gleichzeitig darf die Weltzeit künftig bis zu 3.600 Sekunden, also eine Stunde, von der Zeit abweichen, die sich aus der Drehung der Erde ergibt. Bisher waren es höchstens 0,9 Sekunden. Diese Grenze soll laut Beschluss für mehrere Jahrhunderte reichen.
Wozu es Schaltsekunden gab
Atomuhren messen die Zeit extrem gleichmäßig. Die Erde dreht sich dagegen nicht ganz gleichmäßig, mal etwas schneller, mal etwas langsamer. Damit die Weltzeit nicht vom Lauf der Sonne davonläuft, wurde bisher bei Bedarf eine Sekunde eingeschoben, jeweils Ende Juni oder Ende Dezember. Die Uhr zeigte dann einmal 23:59:60.
Seit 1972 gab es 27 solche Schaltsekunden. Die letzte kam in der Silvesternacht 2016. Seither liegt die Weltzeit 37 Sekunden hinter der reinen Atomzeit. Für Ende Dezember 2026 ist laut dem Internationalen Erdrotationsdienst keine Schaltsekunde vorgesehen.
In Österreich betreibt das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen in Wien eigene Atomuhren. Sie bilden die nationale Zeitskala, die über Satelliten ständig mit anderen Ländern verglichen wird und so auch in die Weltzeit einfließt.
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Warum sie abgeschafft werden
Jede Schaltsekunde ist ein Sprung in der Zeit, und damit kommen viele Computersysteme schlecht zurecht. Die Generalkonferenz nennt im Beschluss ausdrücklich Verkehr, Stromversorgung, Telekommunikation und Raumfahrt, die eine durchgehende Zeit ohne Korrekturen brauchen.
Dazu kommt ein neues Risiko: Erstmals könnte eine Sekunde abgezogen statt eingeschoben werden müssen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt laut einer Fachtagung von 2025 bis 2035 auf 30 Prozent. Eine solche negative Schaltsekunde gab es noch nie. Die Vorbereitung darauf würde laut Beschluss ähnlich viel kosten wie die Vorbereitung auf den Jahrtausendwechsel.
Wird 2027 eine Stunde übersprungen?
Nein. Die erlaubte Abweichung von einer Stunde ist eine Obergrenze, kein Termin. Weltzeit und Erddrehung laufen nur sehr langsam auseinander. Einen Uhrensprung ordnet der Beschluss nicht an.
Und die Sommerzeit?
Die bleibt. Für 2027 bis 2031 hat die EU-Kommission die Termine im März 2026 veröffentlicht, die Bundesregierung legt sie per Verordnung fest. 2027 werden die Uhren am 28. März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt und am 31. Oktober von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt.
Was bei der Umstellung vor einer Woche galt, steht in Zeitumstellung am 25. Oktober: Was sich ändert. Warum man danach trotz einer Stunde mehr oft müde ist, erklärt Eine Stunde mehr – trotzdem müde?. Weitere Themen findest du unter Baden aktuell.
Musst du etwas tun?
Nein. Handy und Computer holen sich die Zeit automatisch aus dem Netz.
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Mehr aus unserer Redaktion
Geprüft anhand des Beschlusses der Generalkonferenz für Maß und Gewicht, des Bulletin C 72 des Erdrotationsdienstes, der Seiten des BEV und der Verordnung der Bundesregierung zur Sommerzeit 2027 bis 2031.
- BIPM – Resolution 5 der 28. Generalkonferenz für Maß und Gewicht (2026)
- IERS – Bulletin C 72 (6.7.2026): keine Schaltsekunde Ende Dezember 2026
- BEV – Zeitskalen
- BEV – Darstellung und Weitergabe der Zeit
- Bundeskanzleramt – Verordnung über Beginn und Ende der Sommerzeit 2027 bis 2031 (Ministerrat 63/9)
- Bundeskanzleramt – Vortrag an den Ministerrat 63/9 (18.9.2026)