Bäuerinnen-Studie: Jede Dritte hat den Hof übernommen

Jede dritte Bäuerin in Österreich hat ihren Hof übernommen, vor zehn Jahren war es gut jede fünfte. Das zeigt die neue Bäuerinnen-Studie. Sie zeigt auch, wer daneben fast die ganze Hausarbeit macht.
Seit 1976 wird alle zehn Jahre erhoben, wie Bäuerinnen in Österreich arbeiten und leben. Die Ausgabe 2026 hat Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig am 15. Oktober vorgestellt. Erstellt hat sie die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) mit dem Büro BAB Project, im Auftrag des Ministeriums und auf Anregung der Bäuerinnen Österreich. Mehr als 2.500 Bäuerinnen haben an der Online-Befragung teilgenommen, dazu kamen Workshops und Gespräche.
Wer die Höfe heute führt
Der Anteil der Hofübernehmerinnen unter den befragten Frauen ist laut Ministerium von 22 Prozent im Jahr 2016 auf rund 34 Prozent gestiegen. Rund 38 Prozent bezeichnen sich als hauptverantwortliche Betriebsleiterin, weitere 31 Prozent führen den Betrieb gemeinsam mit dem Partner. Rund 20 Prozent sind Alleineigentümerin, 42 Prozent besitzen den Hof gemeinsam mit dem Partner. Mehr als ein Drittel wirtschaftet biologisch, 2016 war es etwa ein Viertel.
Bei der Hofnachfolge bleibt das Bild ein anderes: Auf 31 Prozent der Betriebe ist sie geregelt, und dort wird zu 78 Prozent ein Sohn genannt, zu 16 Prozent eine Tochter.
Was das mit dem Heurigen ums Eck zu tun hat
Am deutlichsten führen Frauen dort, wo ein Betrieb neben der Landwirtschaft ein zweites Standbein hat: in der Direktvermarktung zu rund 66 Prozent, bei der Verarbeitung zu rund 58 Prozent, im Tourismus zu rund 77 Prozent und bei Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangeboten zu rund 86 Prozent. Im Bezirk Baden gehören dazu etwa der Ab-Hof-Verkauf und der Heurige der Winzerbetriebe. Zahlen nach Bundesländern oder Bezirken enthält die veröffentlichte Kurzfassung nicht; wie viele Betriebe hier von Frauen geführt werden, lässt sich daraus also nicht ablesen.
Die Studie nennt auch, was die Bäuerinnen belastet. Fast 90 Prozent berichten von Dürre, Hitzewellen oder Trockenperioden, rund drei Viertel von mehr Starkregen und Hagel. Noch öfter genannt werden schwankende Preise und Handelsabkommen, dazu körperliche Arbeit und Bürokratie.
Wer daheim die Arbeit macht
Rund 80 Prozent der Bäuerinnen erledigen den Großteil der Hausarbeit allein, 77 Prozent den Großteil der Kinderbetreuung. Von jenen, die Angehörige pflegen, tun das 78 Prozent selbst. Etwa ein Drittel war noch nie mindestens eine Woche auf Urlaub, mehr als die Hälfte empfindet es als belastend, Freizeit und Hofarbeit zu vereinbaren. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger fordert, dass mehr Verantwortung am Hof mit einer gerechteren Aufteilung der Haus- und Familienarbeit einhergeht. Die vollständige Studie soll im Jänner 2027 erscheinen.
Bäuerinnen-Studie 2026
- mehr als 2.500 Befragte aus ganz Österreich
- Hofübernehmerinnen: rund 34 % (2016: 22 %)
- hauptverantwortliche Betriebsleiterin: rund 38 %, gemeinsam mit Partner: 31 %
- Direktvermarktung von Frauen geführt: rund 66 %
- nie eine Woche Urlaub: etwa jede Dritte
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Recherchiert anhand der Aussendung des Landwirtschaftsministeriums und der Ergebnisseite zur Studie. Zahlen nach Bundesländern oder Bezirken sind darin nicht veröffentlicht; Aussagen über Betriebe im Bezirk Baden macht der Beitrag deshalb nicht.



