ÖBB versprechen mehr Reservezüge: Was Pendler davon haben
Nach Wochen mit Verspätungen und Zugausfällen sagt ÖBB-Chef Andreas Matthä dem Land Niederösterreich Verbesserungen zu: mehr Reservezüge bis zum Fahrplanwechsel und bessere Anschlüsse in Wiener Neustadt. Für Pendler aus dem Bezirk Baden ist das eine Zusage, noch kein Fahrplan. Wer eine Zeit- oder Jahreskarte hat, kann sich Verspätungen aber schon jetzt teilweise vergüten lassen.
Was die ÖBB zusagen
Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ), im Land für Verkehr zuständig, hatte Mitte Oktober in einem Brief rasche Verbesserungen gefordert. Matthä antwortete laut ORF Niederösterreich mit mehreren Zusagen. Bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember sollen zusätzliche Fahrzeugreserven bereitstehen, damit technische Ausfälle weniger Züge kosten. An den Bahnknoten Wiener Neustadt, St. Pölten und Amstetten sollen die Abläufe überprüft werden, damit weniger Anschlüsse verloren gehen. Und bei Störungen wollen die ÖBB schneller informieren.
„Jetzt zählt, dass die Lösungen auch bei unseren Pendlern ankommen“, sagte Landbauer am Samstag. Konkrete Zahlen, etwa wie viele Reservezüge kommen oder ab wann, nennt die Meldung nicht.
Welche Strecken im Bezirk betroffen sind
Für den Bezirk ist vor allem Wiener Neustadt interessant, denn dort enden zwei Strecken, auf denen viele Pendler unterwegs sind. Die ÖBB führen sie in ihrer Pünktlichkeitsrechnung als eigene Abschnitte:
- Südbahn, Abschnitt Wien Hbf – Mödling – Payerbach-Reichenau, mit den Halten in Baden, Bad Vöslau und Leobersdorf
- Pottendorfer Linie, Abschnitt Wien Meidling – Pottendorf – Wiener Neustadt, unter anderem durch Ebreichsdorf und Pottendorf
- Triestingtalbahn, Abschnitt Leobersdorf – Weissenbach-Neuhaus. Dort wird am 3. November gearbeitet, Einzelheiten stehen im Beitrag zu den Bauarbeiten an der Triestingtalbahn.
Welcher Abschnitt für eine Fahrkarte zählt, ist wichtig, wenn es ums Geld geht.
Geld zurück bei Verspätungen
Wer mit einer Jahreskarte des Verkehrsverbunds pendelt, bekommt laut den Fahrgastrechten der ÖBB eine Entschädigung, wenn auf seinem Streckenabschnitt in einem Monat weniger als 95 Prozent der Züge pünktlich waren: 10 Prozent des Betrags, der rechnerisch auf diesen Monat entfällt. Ausgezahlt wird ab 4 Euro, und nur, wer sich im Entschädigungssystem der ÖBB angemeldet und beim Verbund der Datenweitergabe zugestimmt hat. Für das Klimaticket Österreich liegt die Schwelle bei 93 Prozent, die Entschädigung bei 4,35 Euro je Monat.
Mit Wochen- oder Monatskarte läuft es anders: Für jede Verspätung über 20 Minuten gibt es 1,50 Euro, wenn das Zugpersonal oder der Schalter bei der Ankunft sie bestätigt. Gesammelte Bestätigungen werden am Ticketschalter bar ausgezahlt, ebenfalls erst ab 4 Euro.
ÖBB-Zusagen und Fahrgastrechte
- Mehr Reservezüge: bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026
- Abläufe prüfen: Knoten Wiener Neustadt, St. Pölten, Amstetten
- Verbund-Jahreskarte: Entschädigung, wenn ein Monat unter 95 Prozent Pünktlichkeit liegt
- Klimaticket Ö: unter 93 Prozent, 4,35 Euro je Monat
- Wochen- und Monatskarte: 1,50 Euro je bestätigter Verspätung über 20 Minuten
Anmeldung und Abschnittsliste stehen auf der Seite zu den Fahrgastrechten der ÖBB.
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Recherchiert anhand der Meldung von noe.ORF.at, der Fahrgastrechte und der Streckenabschnitte der ÖBB sowie der ÖBB-Presseinformation zum Fahrplanwechsel.

