Der Anruf wegen des Brancheneintrags: nicht reagieren

Es beginnt harmlos. Jemand ruft an und will nur „die Daten bestätigen". Oder ein Schreiben kommt, das aussieht wie eine Rechnung, die schon bezahlt gehört. Wer unterschreibt oder am Telefon zustimmt, hängt danach in einem Abo für einen Eintrag, den niemand liest.
Die Wirtschaftskammer führt eine laufende Liste aktueller Betrugsversuche gegen Unternehmen. Stand 5. Oktober 2026 stehen dort fünf Varianten derselben Masche gleichzeitig – alle drehen sich um einen angeblichen Eintrag in ein Branchenbuch, Register oder Telefonbuch.
Wie die Masche läuft
Das Muster ist in allen Fällen ähnlich und seit Jahren dasselbe:
- Der Anruf. Jemand meldet sich, nennt deinen Firmennamen und Adressdaten und will sie „nur kurz bestätigen". Der Eindruck entsteht, es gehe um einen bestehenden Eintrag oder um etwas Behördliches.
- Das Schreiben. Ein Formular kommt per Post oder E-Mail. Es ist aufgemacht wie eine Rechnung oder wie ein amtliches Dokument. Die Kosten stehen im Kleingedruckten, oft auf der Rückseite oder in einem Absatz, der aussieht wie eine Fußnote.
- Die Bindung. Was unterschrieben wird, ist kein einmaliger Eintrag, sondern ein Abo über mehrere Jahre.
- Die Mahnung. Danach kommen Zahlungsaufforderungen, oft mit Fristen und Drohungen.
Namentlich warnt die Wirtschaftskammer derzeit unter anderem vor Schreiben im Namen von „Unternehmensservice24", einem Brancheneintrags-Angebot von „Plus 24", einer Eintragungsofferte fürs Telefonbuch und einem Schreiben von „Aktuelles Firmen-Register / SolutionCom".
Woran du es erkennst
Drei Fragen genügen meistens.
Erstens: Habe ich das bestellt? Ein Eintrag, den du nie beauftragt hast, ist keine Verlängerung und keine Bestätigung. Wer behauptet, es bestehe schon eine Geschäftsbeziehung, soll sie belegen.
Zweitens: Steht irgendwo ein Preis – und wie oft fällt er an? Seriöse Angebote nennen die Summe und die Laufzeit dort, wo man sie sieht. Steht beides im Kleingedruckten, ist das Absicht.
Drittens: Wer würde das jemals lesen? Ein Branchenbuch, von dem du noch nie gehört hast, bringt auch deinen Kundinnen und Kunden nichts.
Was zu tun ist
Nicht reagieren. Nicht unterschreiben, nicht am Telefon zustimmen, nichts zurückschicken. Wer schon unterschrieben hat, sollte nicht einfach zahlen, sondern sich beraten lassen – die Wirtschaftskammer prüft solche Schreiben für ihre Mitglieder.
Und: Im Betrieb Bescheid sagen. Die Anrufe gehen oft nicht an die Geschäftsführung, sondern an jemanden im Büro, der gerade abhebt und hilfsbereit ist. Genau darauf zielt die Masche.
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Zum Jahresende häufen sich solche Schreiben. Sie kommen zwischen echten Rechnungen und Jahresabschlussunterlagen – zu einer Zeit, in der viele Betriebe ohnehin Papier abarbeiten und nicht jedes Blatt zweimal ansehen.
Wer im Bezirk einen Betrieb führt und sich dazu beraten lassen will: Die Wirtschaftskammer Niederösterreich hält laufend Sprechtage und Webinare ab. Was ansteht, steht bei den Terminen für Unternehmen.
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