Sonnenstrom teilen: Infoabend in Leobersdorf

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Symbolbild: benachbarte Einfamilienhäuser einer Kleingemeinde mit Photovoltaikmodulen auf den Ziegeldächern, dahinter bewaldete Hügel
Symbolbild, erstellt mit KI (gpt-image-2.5-flare), Byte Media GmbH

Am Mittwoch, dem 14. Oktober, lädt die Marktgemeinde Leobersdorf um 19 Uhr in den Sitzungssaal des Rathauses. Der Abend heißt „Raus aus Öl und Gas“ – gesprochen wird aber über Photovoltaik und Energiegemeinschaften. Wer wegen seiner alten Gastherme kommt, sollte das wissen.

Worum es wirklich geht

Der angekündigte Inhalt ist ausschließlich Strom, nicht Wärme. Laut Programm der Gemeinde geht es um drei Blöcke:

Danach beantwortet der angekündigte Vortragende, Ing. Gerhard Los, Fragen persönlich. Eingeladen hat Umweltgemeinderätin Jasmin Narbeshuber, LL.B., MA – sie ist in Leobersdorf geschäftsführende Gemeinderätin für Umwelt und leitet das e5-Team der Gemeinde.

Warum der Titel trotzdem stimmt

„Raus aus Öl und Gas“ ist kein schiefer Titel, sondern ein Eigenname. So heißt eine Initiative des Landes Niederösterreich, mit der Haushalte mit Öl- und Gasheizung zum Umstieg bewegt werden sollen. Gemeinden können dabei mitmachen – und Leobersdorf tut das.

Zu diesem Status gehört ein handfestes Paket. Die Energie- und Umweltagentur des Landes zählt unter anderem auf: eine benannte Ansprechperson in der Gemeinde, kostenlose Infofolder für die Bevölkerung, eine kostenlose Umstellungsberatung für Gemeindegebäude mit fossiler Heizung – und, für diesen Abend das Entscheidende: eine Informationsveranstaltung pro Jahr, kostenlos, mit einer Energieberaterin oder einem Energieberater der Energieberatung Niederösterreich, begleitet von einem „Erneuerbare-Wärme-Coach“ und unter Einbindung örtlicher Installationsbetriebe. Im Gegenzug verpflichtet sich die Gemeinde, in ihren Medien darüber zu berichten.

Ob der Leobersdorfer Abend genau diese Jahresveranstaltung ist, steht in der Ankündigung nicht. Der Titel deckt sich mit dem Programmnamen, das Vortragsthema nicht – die Initiative zielt auf Heizungen, der Abend auf Sonnenstrom.

Die Bundesförderung dieses Namens gibt es nicht mehr

Hier lohnt ein zweiter Blick, weil der Name doppelt belegt ist. Neben der Landesinitiative gab es jahrelang eine Bundesförderung für den Heizungstausch, die ebenfalls „Raus aus Öl und Gas“ hieß. Die ist Geschichte: Das Programm ging in der Sanierungsoffensive auf und heißt dort „Kesseltausch“.

Auch dieser Nachfolger nimmt derzeit niemanden mehr auf. Auf der amtlichen Förderseite steht seit 10. Juli 2026: Budget ausgeschöpft! Eine neue Registrierung oder Antragstellung ist nicht mehr möglich. Bereits bestehende Registrierungen und Anträge bleiben gültig.

Wer also mit der Erwartung hingeht, dort eine laufende Heizungsförderung des Bundes erklärt zu bekommen, wird enttäuscht. Für den Heizungstausch bleibt in Niederösterreich der Weg über die Wohnbauförderung – ein anderes Verfahren mit anderen Fristen.

Eine Frage, die wir nicht beantworten können

Wer zu einem Energieabend geht, will wissen, ob da jemand berät oder jemand verkauft. Die Ankündigung der Gemeinde nennt zu Ing. Gerhard Los keine Organisation, keinen Arbeitgeber und keine Beratungsstelle – nur „der Experte“. Eine Suche auf den Seiten der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich liefert zu seinem Namen keinen Treffer.

Das heißt nicht, dass etwas nicht stimmt. Es heißt, dass es offenbleibt. Wer vorher Klarheit will, fragt im Gemeindeamt nach: +43 2256 62396, verwaltung@leobersdorf.at. Dort lässt sich auch klären, was die Ankündigung ebenfalls nicht sagt – ob eine Anmeldung nötig ist und ob der Abend etwas kostet.

Leobersdorf hat schon eine Energiegemeinschaft

Das ist der Punkt, an dem der Abend für Leobersdorferinnen und Leobersdorfer besonders interessant wird. Die Gemeinde betreibt seit 2023 eine eigene erneuerbare Energiegemeinschaft: LEO Energie. Sonnenstrom von den Photovoltaikanlagen auf Rathaus, Volksschule, Mittelschule, Kindergarten und Sportplatz wird dort über Grundstücksgrenzen hinweg geteilt, statt ihn billig ins Netz abzugeben.

Was die Gemeindemeldung von 2023 allerdings nicht sagt: ob auch Privathaushalte beitreten können. Beschrieben sind ausschließlich Gemeindeobjekte und Einrichtungen wie Feuerwehr, Minigolfanlage und Friedhof. Wer mit dem Gedanken spielt, seinen Dachstrom zu teilen, hat damit die konkreteste Frage des Abends schon in der Tasche.

Zehn Gemeinden im Bezirk machen mit

Wir haben die Liste der teilnehmenden Gemeinden, die das Land mit Stand Mai 2026 führt, gegen alle 30 Gemeinden des Bezirks Baden abgeglichen. Das Ergebnis:

Dabei sind zehn: Leobersdorf, Ebreichsdorf, Alland, Blumau-Neurißhof, Oberwaltersdorf, Pottendorf, Reisenberg, Seibersdorf, Tattendorf und Teesdorf.

Nicht auf der Liste stehen unter anderem Baden, Bad Vöslau, Traiskirchen und Berndorf. Das ist kein Vorwurf – mehrere von ihnen gehen eigene Wege, Baden etwa über das e5-Programm und einen eigenen Klimafahrplan. Es heißt nur: Das kostenlose Jahresangebot der Initiative steht dort nicht zur Verfügung.

Was Leobersdorf sonst schon vorweisen kann

Für eine Gemeinde mit gut 5.300 Einwohnern ist die Liste beachtlich. Leobersdorf ist seit 2015 e5-Gemeinde und trägt vier von fünf möglichen „e“; beim letzten Audit 2022 lag der Umsetzungsgrad bei 63,9 Prozent. Ein Klima- und Energieleitbild gibt es seit 2021, und die Gemeinde gehört zu den zwölf Gemeinden der Klima- und Energie-Modellregion Triestingtal, die seit Anfang 2021 besteht.

Der Abend fällt damit nicht in einen luftleeren Raum. Er ist eher der Versuch, das, was bisher auf Gemeindedächern passiert, auf private Dächer auszuweiten.

Das Recht ist vier Tage alt – und eine Frist läuft

Der Abend fällt in eine ungewöhnliche Woche. Die Regeln für Energiegemeinschaften stehen seit 1. Oktober 2026 im neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz; die Paragrafen 66 bis 72 sind an diesem Tag in Kraft getreten. Die praktische Umsetzung bei den Netzbetreibern beginnt erst am 5. Oktober.

Zwei Dinge gehören dazugesagt, bevor jemand mit Begeisterung unterschreibt:

Dringender ist etwas anderes. Der Investitionszuschuss für Photovoltaik hat 2026 einen dritten Fördercall, und der läuft vom 8. bis 22. Oktober – Ticketziehung am 8. Oktober um 17 Uhr. Der Infoabend ist am 14. Oktober, also acht Tage vor Schluss.

Dass Eile angebracht ist, zeigt der Durchgang davor: Beim zweiten Call im Juni gingen nach Angaben des zuständigen Ministeriums rund 28.000 Anträge ein, bedient wurden rund 3.000. Wer am Abend zuhört und erst danach einreicht, kann zu spät kommen. Eingereicht wird über die EAG-Förderabwicklungsstelle, und zwar in jedem Fall vor Inbetriebnahme der Anlage.

Wer hingeht, fragt am besten das

Drei Fragen machen den Abend nützlich – und nur vor Ort bekommt man sie beantwortet:

Der Termin auf einen Blick

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Grundlage sind die Veranstaltungsankündigung der Marktgemeinde Leobersdorf samt ihrer strukturierten Termindaten, die Personenseite der Gemeinde, die Gemeindemeldung zur Energiegemeinschaft LEO Energie vom 5.10.2023 sowie die Angaben der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich zur Initiative „Raus aus Öl und Gas". Die Zahl der teilnehmenden Gemeinden im Bezirk ist eine eigene Auswertung: Wir haben die Landesliste mit Stand Mai 2026 Name für Name gegen die 30 Gemeinden des Bezirks Baden abgeg. Gelesen und freigegeben am 04.10.2026 von Lambertus Leo Kobes.

Quellen (geprüft am 04.10.2026):
  1. Marktgemeinde Leobersdorf: Informationsabend Raus aus Öl und Gas
  2. Marktgemeinde Leobersdorf: Jasmin Narbeshuber
  3. Marktgemeinde Leobersdorf, 5.10.2023: Marktgemeinde startet Erneuerbare Energiegemeinschaft
  4. Energie- und Umweltagentur NÖ: Raus aus Öl und Gas in der Gemeinde
  5. Energie- und Umweltagentur NÖ: Liste der teilnehmenden Gemeinden (PDF, Stand Mai 2026)
  6. e5-Programm Niederösterreich: Marktgemeinde Leobersdorf
  7. Klima- und Energie-Modellregion Triestingtal
  8. RIS: Elektrizitätswirtschaftsgesetz, Paragraf 188 (Inkrafttreten)
  9. Sanierungsoffensive des Bundes: Förderungsaktion beendet (10.7.2026)
  10. EAG-Förderabwicklungsstelle: Förderkalender
  11. Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften

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