Nebel und Nässe auf A 2 und A 21: was Pendler beachten

Redaktion badenliefert.at
Autos mit eingeschaltetem Licht auf nasser Autobahn, daneben Herbstlaub, im Hintergrund nebelverhangene Hügel
Symbolbild, erstellt mit KI, Byte Media GmbH

Aktualisiert am 4.11.: Neu aufgebaut: Verkehrszahlen 2025 für A 2 und A 21 im Bezirk, Regeln und Empfehlungen getrennt, fünf typische Fehler, Unfallzahlen 2024 und Infolinks für Pendler.

Wer aus dem Bezirk Baden in der Früh nach Wien pendelt, ist auf der A 2 selten allein: Zwischen Bad Vöslau und Kottingbrunn zählte die ASFINAG 2025 im Schnitt fast 98.000 Fahrzeuge am Tag. Kommt im Herbst Nebel oder Regen dazu, entscheiden ein paar Sekunden Abstand und das richtige Licht. Was gilt, was empfohlen wird und wo du vor der Abfahrt nachsehen kannst.

A 21 bei Alland und Heiligenkreuz: bergauf, viele Lkw

Die A 21 führt vom Knoten Steinhäusl durch den Wienerwald nach Vösendorf, im Bezirk mit den Anschlussstellen Alland, Mayerling und Heiligenkreuz. Sie hat in jeder Richtung zwei Fahrstreifen, an den Steigungen kommt ein Kriechstreifen dazu. Am steilsten ist sie bei Steinhäusl und Gießhübl mit bis zu 5,2 Prozent.

Auffällig ist der Lkw-Anteil. An der Zählstelle Alland fuhren 2025 im Schnitt gut 48.000 Fahrzeuge am Tag, davon rund 8.000 über 3,5 Tonnen, also vor allem Lkw und Busse. Das ist jedes sechste Fahrzeug, werktags mehr als jedes fünfte. Auf der A 2 bei Bad Vöslau ist es nur etwa jedes zwölfte. Bei Nebel heißt das: Vor dir taucht oft ein langsamer Lkw auf, und ein Überholmanöver bei schlechter Sicht ist genau das, wovon der ÖAMTC abrät. Rechts bleiben und Abstand halten ist hier die sichere Wahl.

A 2 zwischen Leobersdorf und Wien: je näher an Wien, desto dichter

Im Bezirk hat die A 2 die Anschlussstellen Leobersdorf, Kottingbrunn, Bad Vöslau, Baden und Traiskirchen. Zwischen Bad Vöslau und Kottingbrunn wird sie von vier auf drei Fahrstreifen je Richtung schmäler. Der Verkehr wächst Richtung Wien deutlich: An der Zählstelle zwischen Knoten Guntramsdorf und Traiskirchen waren es 2025 rund 108.000 Fahrzeuge am Tag, bei Biedermannsdorf schon gut 161.000.

Viel Verkehr auf mehreren Fahrstreifen heißt bei Nebel vor allem eines: Bremst vorne jemand, pflanzt sich das nach hinten fort. Darum zählt der Abstand mehr als das Tempo auf dem Tacho. Bei Wiener Neudorf gilt außerdem weiter Tempo 80 bis zum Urteil des VfGH, angezeigt auf den Überkopfanzeigen.

Was das Gesetz verlangt und was nur empfohlen ist

Tempo: Ein fixes Nebel-Tempolimit gibt es in Österreich nicht. Die Straßenverkehrsordnung verlangt, die Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anzupassen (§ 20). Der ÖAMTC übersetzt das so: nur so schnell, dass du innerhalb der Sichtweite anhalten kannst. Die ASFINAG nennt als Richtschnur die Nebelpunkte am Fahrbahnrand. Siehst du nur noch zwei, empfiehlt sie höchstens 60 km/h, bei einem höchstens 40. Das ist eine Empfehlung, keine Vorschrift. Was eine Überkopfanzeige vorschreibt, gilt dagegen.

Abstand: Du musst so viel Abstand halten, dass du jederzeit anhalten kannst, auch wenn der Vordermann plötzlich bremst (§ 18 StVO). ÖAMTC und ASFINAG nennen mindestens zwei Sekunden. Bei 130 km/h sind das gut 70 Meter, bei 100 km/h etwa 55.

Licht: Bei Sichtbehinderung durch Nebel, Regen oder Schneefall musst du mit Abblendlicht, Nebelscheinwerfern oder beidem fahren (§ 99 KFG). Tagfahrlicht reicht nicht, stellt der ÖAMTC-Jurist Alexander Letitzki klar. Es ist keine zulässige Alternative zum Abblendlicht, und hinten brennt dabei oft gar nichts.

Nebelschlussleuchte: Sie ist erlaubt, wenn Nebel, Regen oder Schneefall die Sicht behindern, aber nicht vorgeschrieben. Schließt jemand hinter dir auf oder wird die Sicht besser, muss sie aus, weil sie blendet. Wer sie bei guter Sicht brennen lässt, riskiert laut ÖAMTC theoretisch eine Strafe bis 10.000 Euro.

Fünf Fehler, die bei Nebel und Regen oft passieren

  1. Sich auf die Automatik verlassen. Die Lichtautomatik reagiert laut ÖAMTC meist erst, wenn es deutlich dunkler wird. Im Nebel ist es oft hell genug für den Sensor. Abblendlicht also von Hand einschalten.
  2. Fernlicht aufdrehen. Es wird vom Nebel zurückgeworfen und blendet dich selbst, warnt ÖAMTC-Fahrtechnik-Chefinstruktor Roland Frisch.
  3. An den Rücklichtern des Vordermanns hängen. Das fühlt sich sicher an, ist es aber nicht: Der Abstand schrumpft, das Tempo passt nicht mehr zur Sicht.
  4. Erst in der Nebelbank bremsen. Wer eine Nebelwand sieht, nimmt vorher Gas weg, nicht mittendrin.
  5. Die Nebelschlussleuchte vergessen. Ist die Sicht wieder gut, blendet sie den Verkehr hinter dir.

Wie ernst das ist, zeigen die Zahlen: 2024 gab es in Österreich laut Statistik Austria 427 Unfälle mit Verletzten bei Nebel, 98 davon in Niederösterreich, nur Oberösterreich hatte mehr. Mehr als drei Viertel davon passierten zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember.

Wo du vor der Abfahrt nachsehen kannst

Vor der Abfahrt

Kurz-Check im Herbst

Die Tipps stammen von ASFINAG und ÖAMTC und sind als deren Angaben gekennzeichnet. Die Rechtslage ist im Rechtsinformationssystem des Bundes nachgelesen, die Verkehrszahlen stammen aus der Jahresstatistik 2025 der ASFINAG. Für einzelne Abschnitte im Bezirk gibt es keine öffentlich auswertbare Nebel- oder Unfallstatistik, darum stehen dazu hier keine Aussagen.

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Recherchiert anhand der Verkehrsstatistik der ASFINAG, der Unfallauswertung des ÖAMTC auf Basis der Statistik Austria, der Rechtslage im RIS sowie der Angaben von ASFINAG, ÖAMTC und GeoSphere Austria.

Quellen (geprüft am 04.11.2026):
  1. ASFINAG: Verkehrszählung, Jahresstatistik 2025
  2. ÖAMTC: Fahrtechnik warnt vor höherer Unfallgefahr durch Nebel (24.11.2025)
  3. ÖAMTC: Tagfahrlicht allein bei Nebel nicht ausreichend (28.2.2025)
  4. ASFINAG-Blog: Sicher durch den Herbst (zuletzt aktualisiert 6.10.2026)
  5. RIS: Straßenverkehrsordnung § 18 (Abstand)
  6. RIS: Straßenverkehrsordnung § 20 (Fahrgeschwindigkeit)
  7. RIS: Kraftfahrgesetz § 99 (Beleuchtung, Nebelschlussleuchten)
  8. GeoSphere Austria Data Hub: Wetterwarnungen (Warnarten)
  9. Wikipedia: Süd Autobahn und Wiener Außenring Autobahn (Anschlussstellen, Steigungen)

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