Starker El Niño: Für Badens Winter sagt er wenig aus

Im tropischen Pazifik baut sich ein ungewöhnlich starker El Niño auf. Einen milden Winter oder wenig Schnee im Bezirk Baden kann man daraus aber nicht ablesen. Die Klimaforscher der GeoSphere Austria nennen El Niño für Österreich ausdrücklich keinen Hauptregler.
Was die NOAA Anfang Oktober gemeldet hat
Das Climate Prediction Center der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA schreibt in seinem Lagebericht vom 8. Oktober 2026, dass sich El Niño weiter verstärkt. Ein starkes bis sehr starkes Ereignis bleibt demnach bis Jänner bis März 2027 wahrscheinlich, die Wahrscheinlichkeit liegt weiterhin über 83 Prozent. Am Äquator im östlichen Pazifik war das Meer im September stellenweise mehr als 4 Grad wärmer als im Durchschnitt, im wichtigsten Messgebiet „Niño 3.4“ waren es 2,1 Grad.
Dazu kommt eine zweite Zahl: Dass dieser El Niño stärker wird als alle seit 1950 erfassten, hält die NOAA für Oktober bis Dezember zu 83 Prozent für wahrscheinlich. Auch bei einem so starken Ereignis seien die typischen Folgen wahrscheinlicher, aber nicht garantiert, schreibt die Behörde. Der nächste Lagebericht ist für den 12. November 2026 angekündigt.
Was El Niño überhaupt ist
El Niño ist die warme Phase eines Wechselspiels zwischen Ozean und Atmosphäre im tropischen Pazifik, das Fachleute ENSO nennen. Das Oberflächenwasser im östlichen Pazifik wird wärmer als üblich, gleichzeitig ändern sich die Luftströmungen über dem Meer, und Wärme wandert vom Ozean in die Atmosphäre. Die kühle Gegenphase heißt La Niña. Laut GeoSphere Austria kommt El Niño unregelmäßig, im Abstand von drei bis sieben Jahren.
Weltweit sind die Folgen groß: Dürre und Hitze in Australien, im südlichen Afrika und in Indien, Starkregen und Überflutungen in Ecuador und Peru. Europa nennt die GeoSphere dagegen ausdrücklich als Region, in der ENSO vergleichsweise wenig ausrichtet.
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Wird der Winter in Baden deshalb mild?
Das lässt sich daraus nicht ableiten. „El Niño ist für das Wetter in Österreich und im Alpenraum kein Hauptregler“, sagt Marc Olefs, Leiter der Klima-Folgen-Forschung bei der GeoSphere Austria. Seine Signale kämen bei uns „nur abgeschwächt, indirekt und nicht verlässlich an“. Für die Winter seien „die atlantisch-europäische Zirkulation, regionale Wetterlagen und der langfristige Klimawandel viel entscheidender“.
Ob es in Baden im Jänner schneit oder der Winter grün bleibt, entscheiden also vor allem die Wetterlagen über dem Atlantik und Europa. Wer liest, El Niño bringe Baden einen warmen Winter, liest mehr hinein, als die Fachleute hergeben.
Ein Punkt gilt trotzdem: El Niño kann die weltweite Temperatur vorübergehend zusätzlich anheben. Am langfristigen Trend ändert das laut GeoSphere nichts, die menschengemachte Erwärmung läuft unabhängig davon weiter. Wie es um Badens eigene Zahlen steht, zeigt die Reihe Klima & Energie in Baden.
Was bei der Winterplanung hilft
Für die nächsten Tage zeigt die Wetterseite für Baden die Vorhersage. Für einen Skitag lohnt der Blick auf den aktuellen Schneebericht des Skigebiets kurz vor der Abfahrt, was Saison- und Tageskarten heuer kosten, steht im Überblick zum Skiwinter 2026/27. Seit 1. November gilt die Winterreifenpflicht, und wer an einem Gehsteig wohnt, sollte wissen, wer in Baden Schnee räumen muss.
Die Karte oben stammt aus dem NOAA-Lagebericht und zeigt, um wie viel Grad das Meer im tropischen Pazifik im September 2026 wärmer (rot) oder kühler (blau) war als im Mittel der Jahre 1991 bis 2020.
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Lagebericht der NOAA vom 8.10.2026 und Meldung der GeoSphere Austria vom 10.6.2026 am 1.11.2026 im Original gelesen. Die Karte ist Abbildung 1 des NOAA-Lageberichts.