Heizung checken: was du vor der Kälte selbst tun kannst

Ab dem Wochenende wird es deutlich kühler, und die Heizung läuft wieder richtig. Ein paar Dinge kannst du selbst prüfen, bevor der erste kalte Tag kommt: Luft in den Heizkörpern, den Druck, die Thermostate. Was davon für dich passt, hängt allerdings an deiner Heizung. Bei einer Wärmepumpe gelten andere Regeln als bei einem Gaskessel. Die Tipps hier stammen von der Energieberatung Niederösterreich.
Heizkörper entlüften
Gluckert ein Heizkörper oder bleibt er oben kalt, ist meist Luft drin. Die Luft hält das warme Wasser auf, der Raum wird nicht richtig warm. Du brauchst nur einen Entlüftungsschlüssel und einen Becher. So beschreibt es die Energieberatung NÖ:
- Heizung oder Umwälzpumpe abschalten und eine halbe Stunde warten.
- Die Einstellung am Heizkörperventil merken, dann das Ventil ganz aufdrehen.
- Das Entlüftungsventil mit dem Schlüssel langsam öffnen, bis Luft entweicht.
- Sobald Wasser kommt, das Ventil wieder schließen.
- Das bei allen Heizkörpern wiederholen.
- Danach die Druckanzeige der Heizung ansehen.
- Heizung wieder einschalten und die Ventile auf die gemerkte Stufe zurückdrehen.
Der Druck: auf die Anzeige schauen, nicht auf eine Zahl
Im Internet kursieren fixe Werte für den richtigen Heizungsdruck. Die passen nicht für jede Anlage. Die Energieberatung NÖ rät, auf die Druckanzeige deiner Heizung zu schauen: Der Zeiger soll im grünen Bereich stehen. Ist der Druck zu niedrig, ruf deinen Installateur an. Das gilt besonders, wenn du gerade entlüftet hast, denn dabei sinkt der Druck.
Was die Zahlen am Thermostat bedeuten
Am Thermostatkopf stehen Stufen, keine Grade. Dahinter stecken ungefähr diese Raumtemperaturen:
- Stern: rund 5 Grad, Frostschutz
- 1: rund 12 Grad
- 2: rund 16 Grad
- 3: rund 20 Grad
- 4: rund 24 Grad
- 5: rund 28 Grad
Die Energieberatung empfiehlt 18 bis 20 Grad für Küche, Schlafzimmer und Gang, 20 bis 22 Grad im Wohnzimmer und 24 Grad im Bad. Jedes Grad weniger spart laut ihrer Rechnung etwa 6 Prozent der Heizkosten. Wie warm es dir sein soll, entscheidest natürlich du.
Ein Heizkörper hinter einem langen Vorhang oder einem Sofa heizt vor allem die Wand dahinter. Stell ihn frei, dann kommt die Wärme im Raum an.
Nachts herunterdrehen? Kommt auf die Heizung an
Bei vielen Gas-, Öl- oder Pelletsheizungen ist eine Nachtabsenkung üblich, häufig auf 16 bis 18 Grad. Ob und wie sie bei dir eingestellt ist, kannst du bei der nächsten Wartung mit dem Installateur besprechen.
Bei einer Wärmepumpe ist es anders. Sie arbeitet am sparsamsten, wenn sie gleichmäßig läuft. Der Wärmepumpen-Ratgeber der Energieberatung NÖ rät deshalb, auf die Nachtabsenkung zu verzichten, außer in der Übergangszeit. Wer nachts stark herunterregelt, zwingt die Wärmepumpe am Morgen zum Aufholen, und das kostet.
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Richtig lüften
Ein gekipptes Fenster kühlt im Winter Wände und Möbel aus. Besser: drei- bis viermal am Tag die Fenster ganz öffnen, wenn möglich gegenüberliegende gleichzeitig, für ein bis fünf Minuten. Ein einfaches Zeichen fürs Ende: Wenn die Scheibe außen nicht mehr beschlagen ist, ist die Luft getauscht. Je kälter und windiger es draußen ist, desto schneller geht das.
Wer Außenrollläden hat, lässt sie in der Nacht herunter. Zwischen Rollladen und Scheibe bleibt eine Luftschicht, die Wärme hält.
Rohre und Kellerdecke
Laufen Heizungs- oder Warmwasserrohre durch einen unbeheizten Keller, verlieren sie dort Wärme. Die Dämmung um ein Rohr soll laut Energieberatung etwa so dick sein wie das Rohr selbst. Schläuche dafür gibt es im Baumarkt.
Wenn dein Erdgeschoßboden kalt ist und darunter ein unbeheizter Keller liegt, kann eine gedämmte Kellerdecke helfen. Laut dem Kellerratgeber der Energieberatung lohnt sie sich genau in diesem Fall. Der Keller sollte aber trocken und gegen Feuchtigkeit abgedichtet sein. Ist er feucht, hol dir zuerst eine bausachverständige Person ins Haus, sonst droht Kondenswasser und Schimmel. Ein kalter Boden kann übrigens auch andere Ursachen haben, eine Dämmung ist nicht automatisch die Lösung.
Den Verbrauch aufschreiben
Schreib dir am Anfang der Heizsaison den Zählerstand auf, bei Gas, Fernwärme oder Strom für die Wärmepumpe. Dann kannst du später mit dem Vorjahr vergleichen. Ist der Verbrauch ohne erkennbaren Grund gestiegen, kann laut Energieberatung auch ein Fehler in der Heizung dahinterstecken, etwa Luft oder zu wenig Druck.
Wenn du Hilfe brauchst
Die Energieberatung NÖ berät kostenlos und unabhängig, am Telefon unter 02742 22 144, Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr. Das ist auch die richtige Stelle, wenn du über eine neue Heizung nachdenkst. Ab 2. November kannst du dich wieder für die Bundesförderung zum Heizungstausch registrieren.
Wer wenig Geld hat, kann bei der Gemeinde nachfragen. Die Stadt Baden zahlt einen Heizkostenzuschuss von 150 Euro, Antrag bis 30. November. Bad Vöslau hat eine eigene Winterhilfe.
Wenn du mit Gas, Öl, Holz oder Pellets heizt, gehört zur Heizsaison auch ein CO-Melder. Warum, steht in unserem Beitrag über Kohlenmonoxid in der Heizsaison. Wie kalt es in den nächsten Tagen wird, liest du in Wetter zu Halloween und Allerheiligen.
Gut zu wissen
- Wie viel du sparst, hängt von deiner Wohnung und deiner Heizung ab. Pauschale Prozentversprechen gelten nicht für jeden Haushalt.
- Ist der Druck zu niedrig, verliert die Anlage immer wieder Druck oder musst du ständig entlüften: Installateur anrufen.
- Bei einer Wärmepumpe Einstellungen wie Heizkurve und Absenkung nur nach Rücksprache ändern.
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Zusammengestellt aus den Ratgebern der Energieberatung Niederösterreich, abgerufen am 29.10.2026.
- Energieberatung NÖ: Tipps für effizientes Heizen, abgerufen 29.10.2026
- Energieberatung NÖ: Ratgeber Wärmepumpe (PDF)
- Energieberatung NÖ: Leitfaden Moderne Raumwärme (PDF)
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- Titelfoto: VSchagow, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0