KI und Versicherungen: Wer in den Antworten vorkommt

Redaktion badenliefert.at
Hand hält ein Smartphone mit geöffnetem ChatGPT-Chat, dahinter ein aufgeklappter Laptop mit schwarzem Bildschirm
Symbolbild · Symbolfoto: Smartphone mit ChatGPT. Foto: Jernej Furman, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Wer eine KI nach der passenden Haftpflicht- oder Hausratversicherung fragt, bekommt vor allem große Marken und Vergleichsportale genannt. Das zeigt eine Studie des deutschen Marktforschers research tools. Für Versicherungsbüros und Makler im Bezirk steckt darin eine unbequeme Botschaft, für Kundinnen und Kunden ein Hinweis zur Vorsicht.

Für die Studie „KI-Performance Versicherungen 2026“ hat research tools zehn KI-Systeme mit je 50 deutschsprachigen Fragen rund um Versicherungen befragt, darunter ChatGPT, Gemini, Copilot, Perplexity und Claude. Markennamen kamen in den Fragen nicht vor. Ausgewertet wurde, wer in den 500 Antworten genannt wird, an welcher Stelle und mit welchen Quellen. Die vollständige Studie kostet 2.000 Euro; für diesen Beitrag lag die frei lesbare Zusammenfassung samt Fragen und Antworten des Instituts vor. Es ist der zweite Teil unserer Reihe, nach den KI-Antworten zu Medikamenten und Apotheken.

Wenige Marken teilen sich die Antworten

In den Antworten tauchen 314 Marken auf, verteilt auf 14 Versicherungssparten von der Kfz- bis zur Tierkrankenversicherung. Die Sichtbarkeit ist stark gebündelt: Die zehn meistgenannten Marken holen laut research tools rund 45 Prozent aller Punkte. Ganz vorn steht die Allianz, die in acht der zehn Systeme auf Platz 1 liegt. Zur Spitzengruppe der Versicherer zählt die Studie außerdem unter anderem ARAG, AXA, ERGO, HDI, HanseMerkur und HUK-COBURG.

Ein knappes Drittel der Punkte, 29,4 Prozent, geht gar nicht an Versicherer, sondern an Vergleichsportale, Verbrauchermedien, Vermittler, Verbände, Banken und Ratingagenturen. Bei einem der Systeme, LLaMA, steht mit Finanztip sogar eine Medienmarke an der Spitze. Auch die Bandbreite schwankt: ChatGPT nannte insgesamt 38 Marken, Claude 156.

Die Quellen sind deutsch

Am häufigsten berufen sich die Systeme auf finanztip.de, allianz.de, test.de, die Seite der Stiftung Warentest, und check24.de. Die Studie ist auf den deutschsprachigen Raum ausgelegt, schaut aber erkennbar auf den deutschen Markt: Unter den untersuchten Sparten ist die Riester-Rente, eine staatlich geförderte Altersvorsorge, die es nur in Deutschland gibt. In der veröffentlichten Liste von 50 Marken steht kein großer österreichischer Versicherer wie die Wiener Städtische oder die UNIQA. Ob sie unter den übrigen 264 Marken vorkommen, geht aus der Zusammenfassung nicht hervor.

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Für jemanden in Baden oder Bad Vöslau heißt das: Die KI-Antwort auf eine Versicherungsfrage kann auf deutschen Tarifen, Tests und Regeln beruhen. Ganz falsch muss das nicht sein. Versicherer aus einem anderen EWR-Staat dürfen nach Anmeldung bei ihrer Heimatbehörde auch in Österreich tätig werden, beaufsichtigt werden sie dann aber von ihrem Sitzland. Österreichische Versicherer brauchen eine Konzession der Finanzmarktaufsicht FMA. Auskunft über die beaufsichtigten Unternehmen gibt die Unternehmensdatenbank der FMA.

Was das für Makler und Agenturen im Bezirk heißt

Versicherungsbüros und Makler leben oft von Empfehlungen. Wenn die erste Empfehlung künftig aus einer KI kommt, zählt, wer in deren Quellen vorkommt. research tools zieht genau diesen Schluss: Die eigene Website bilde das Fundament, die Bewertung prägten aber Test-, Vergleichs- und Verbraucherseiten. Die Studie misst Marken, nicht einzelne Büros; wie ein Makler aus dem Bezirk in solchen Antworten abschneidet, lässt sich daraus nicht ablesen.

Ein Befund macht kleineren Anbietern Mut: In den einzelnen Sparten gewinnen laut Studie oft Spezialisten, drei der 14 Spartensieger stehen außerhalb der Gesamt-Top-10. Wer in einem Feld wirklich zu Hause ist, hat dort eine Chance, genannt zu werden. Wie Betriebe in Niederösterreich in der KI-Suche sichtbar werden, beschreibt die Badener Agentur Byte Media, die auch dieses Portal betreibt, in ihrem Beitrag über KI-Suche und GEO für Betriebe in Niederösterreich. Einen schnellen Blick auf die eigene Seite gibt der KI-Check für Betriebe.

Für Kundinnen und Kunden gilt umgekehrt: Wer über einen Vermittler abschließt, kann im Gewerbeinformationssystem GISA kostenlos nachsehen, ob er im Versicherungs- und Kreditvermittlerregister eingetragen ist. Die Suche lässt sich auf den politischen Bezirk einschränken.

Die Studie in Zahlen

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Recherchiert anhand der frei lesbaren Zusammenfassung der Studie von research tools sowie der Angaben der Finanzmarktaufsicht und des Gewerbeinformationssystems GISA.

Quellen (geprüft am 20.10.2026):
  1. research tools: Studie KI-Performance Versicherungen 2026, frei lesbare Zusammenfassung und FAQ, abgerufen 20.10.2026
  2. FMA: Versicherungen – Voraussetzungen für den Versicherungsbetrieb in Österreich, abgerufen 20.10.2026
  3. FMA: Unternehmensdatenbank
  4. Gewerbeinformationssystem Austria (GISA): Startseite und Abfrage, abgerufen 20.10.2026
  5. Titelfoto: Jernej Furman, Wikimedia Commons, CC BY 2.0

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