Landessieger aus Teesdorf: Frühwirth gewinnt mit Merlot

Redaktion badenliefert.at
Symbolbild: Rebzeilen mit herbstlich gelb und rot gefärbtem Laub auf einem Hang mit hellem Schotterboden, dahinter bewaldete Hügel im Nachmittagslicht.
Symbolbild, erstellt mit KI (gpt-image-2.5-flare), Byte Media GmbH

Bei der niederösterreichischen Landesweinprämierung 2026 ist ein Landessieger aus dem Bezirk Baden gekürt worden: Das Bio-Weingut Frühwirth in Teesdorf gewann mit dem Merlot reserve 2022 aus der Ried Hutweide. Es ist der einzige der 24 Titel, der in die Thermenregion ging.

Die Ehrung fand am 19. Juni 2026 bei der NÖ Weingala im Festspielhaus St. Pölten statt. Mehr als 5.500 Weine waren eingereicht worden; 24 Landessieger in 24 Kategorien wurden ausgezeichnet. Wein Niederösterreich nennt den Wettbewerb „eine der größten unabhängigen Weinbewertungen Österreichs".

Ein Merlot aus dem Steinfeld

Der Siegerwein kommt aus einer einzelnen Lage. Das Bio-Weingut Frühwirth an der Wiener Neustädter Straße 75 in Teesdorf bewirtschaftet nach eigenen Angaben 25 Hektar in acht Rieden und arbeitet seit 2016 biologisch und vegan. Über den Boden schreibt der Betrieb knapp: „Steinfeld heißt Schotter, so weit man gräbt."

Der Betrieb selbst ordnet den Titel in eine größere Serie ein: Bei der Landesweinkost 2026 hätten 17 von 18 eingereichten Weinen Gold oder besser erreicht, dazu komme der Landessieger. Die Reben für den Siegerwein stehen noch: Am 16. September 2026 wurde im selben Weingarten wieder Merlot gelesen.

Merlot ist dabei keine Sorte, die man in der Thermenregion zuerst erwartet. Die DAC-Verordnung „Thermenregion", die seit dem Jahrgang 2023 regelt, welcher Wein sich nach dem Gebiet nennen darf, führt Merlot in keiner ihrer drei Stufen – weder beim Gebiets- noch beim Orts- noch beim Riedenwein. Zugelassen sind dort Rotgipfler, Zierfandler, Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Neuburger, Blauburgunder, St. Laurent, Blauer Portugieser und Zweigelt. Ein Merlot aus Teesdorf ist also ein Wein der Gegend, aber kein Thermenregion DAC.

Wer sonst gewonnen hat

Die übrigen 23 Titel gingen in andere Gebiete. Zweimal ausgezeichnet wurden das Weingut Hagn in Mailberg, das Weingut Fürnkranz in Obritz, das Weingut Puhr und die Spusu Wein GmbH Pichler; letztere wurde außerdem als Weingut des Jahres genannt. Weiter auf der Siegerliste stehen unter anderem die Weingüter Hofbauer-Schmidt, Edlinger, Krottendorfer (zweimal), Wimmer Wagramkeller, Bannert, Mauser, Neustifter, Weilinger-Lowatschek, Reinberger, Kolkmann, Schmidt, Heinzl-Gettinger und Pröll sowie die Schlumberger Wein- und Sektkellerei. Die „Kronen Zeitung" schrieb, das Weinviertel habe 20 der 24 Titel geholt.

Die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH wird in Berichten gern der Gegend zugerechnet, weil die Marke historisch mit Bad Vöslau verbunden ist. Im Impressum des Unternehmens steht als Anschrift die Heiligenstädter Straße 43 in Wien; ein Standort in Bad Vöslau ist dort nicht genannt. Wir führen den Betrieb deshalb nicht als Bezirksbetrieb.

Wie der Wettbewerb läuft

Die Prämierung hat zwei Stufen. Zuerst wird verdeckt verkostet; dabei werden laut Veranstalter „die Finalisten – die besten Weine der 24 Sortenkategorien – ermittelt". Danach entscheidet eine gesonderte Finalverkostung über die Landessieger. Beurteilt wird von einer ausgebildeten Fachjury; welches Punktesystem gilt, steht auf der Seite des Veranstalters nicht.

Einreichen darf nur, wer Qualitäts- oder Prädikatsweine aus niederösterreichischen Trauben mit staatlicher Prüfnummer vorweisen kann. Dazu kommt eine Mengenschwelle: in der Regel mindestens 1.000 Liter, in einzelnen Kategorien 400 oder 187 Liter. Das ist keine Nebensache – ein Kleinbetrieb, der von einer Riede dreihundert Flaschen füllt, kann in den meisten Kategorien nicht antreten.

44 Finalisten in drei Jahren – und kein Titel

Für die Jahre davor hat Wein Niederösterreich die vollständigen Finalistenlisten veröffentlicht. Wir haben sie für die Prämierungsjahrgänge 2022, 2023 und 2024 ausgewertet: 600 Weine kamen in diesen drei Jahren ins Finale, 67 wurden Landessieger. 44 dieser Finalistenweine stammen von 19 Betrieben aus dem Bezirk Baden und von der Thermenlinie – ein Landessieger war in diesen drei Jahren nicht darunter.

Auch nach der Herkunftsangabe gerechnet: 42 Weine der drei Jahrgänge tragen die Gebietsbezeichnung „Thermenregion", keiner davon wurde Landessieger. Der Titel für Frühwirth 2026 ist damit, soweit die veröffentlichten Listen reichen, der erste seit mehreren Jahren.

Innerhalb der Gegend fällt ein Ort heraus: 25 der 44 Finalistenweine kommen aus Sooß, einer Gemeinde mit 1.077 Einwohnern (Stand 2025). Allein das Weingut 47er Schwertführer stellt elf davon, das Weingut Familie Schlager acht. Dazu kommen das Weingut Hecher mit drei Rotgipflern und Weingut Schwertführer 35 und die Schwertführerinnen mit drei Weinen.

Die übrigen 19 verteilen sich auf Leo Aumann in Tribuswinkel (4), Altes Zechhaus – Weingut Krug (2), Weingut Hannes Hofer (1) und die Weinkellerei Aigner (1) in Gumpoldskirchen, Bio-Weingut Frühwirth (2) und Burgundermacher Weingut Johann Gisperg (1) in Teesdorf, Weingut & Heuriger Breyer (1) und Weinbau Ceidl (1) in Baden, Weingut Dachauer (1) und Bio Weingut Schneider (1) in Tattendorf, Alphart am Mühlbach (1) in Traiskirchen, Weingut Hartl (1) in Oberwaltersdorf und Weingut Nowak (1) in Guntramsdorf. Ein weiterer Finalist trägt eine Bad Vöslauer Adresse: Goldeck – eine Marke der Top Spirit Handels- und Verkaufsgesellschaft m.b.H., die ihren Sitz ebenfalls in der Heiligenstädter Straße 43 in Wien hat. Was an der Adresse in Bad Vöslau geschieht, ist nicht angegeben; wir führen Goldeck deshalb nicht als Betrieb.

Welche Weine bei welchem Betrieb prämiert wurden, steht jeweils auf dessen Seite. Sechs der Betriebe haben wir aus diesem Anlass neu angelegt – sie fehlten bisher, auch wenn sie keinen Heurigen betreiben. Wer gerade ausgesteckt hat, steht im Heurigenkalender für Baden und die Region; alle Betriebe in der Übersicht unter Winzer im Bezirk Baden.

Was noch offen ist

Die Finalistenliste für 2026 ist nicht veröffentlicht. Die Seite „Finalisten und Landessieger" bei Wein Niederösterreich trägt zwar diese Jahreszahl, enthält aber nur die Prämierungsjahrgänge 2022 bis 2024. Wie viele Weine aus dem Bezirk 2026 ins Finale kamen, lässt sich daher nicht sagen. Sobald die Liste erscheint, tragen wir die Weine bei den Betrieben nach.

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Der Landessieger 2026 ist doppelt belegt: durch die Pressemitteilung von Wein Niederösterreich vom 19.6.2026 und durch die Website des Betriebs. Die Zahlen zu den Finalisten stammen aus der Liste von Wein Niederösterreich, die am 5.10.2026 je Prämierungsjahrgang einzeln ausgelesen und auf die Postleitzahlen des Bezirks Baden und der Thermenlinie eingeschränkt wurde. Ein erster Entwurf dieses Beitrags stand am 5.10.2026 kurz online und wurde zurückgezogen: Er hatte die Zahlen jener Liste für die.

Quellen (geprüft am 05.10.2026):
  1. Wein Niederösterreich, Pressemitteilung vom 19.6.2026: 24 Landessieger gekürt
  2. Bio-Weingut Frühwirth, Teesdorf: Merlot reserve 2022, NÖ-Landessieger 2026
  3. Kronen Zeitung vom 25.6.2026: 24 Landessieger gekürt – das sind die besten Weine aus Niederösterreich
  4. Wein Niederösterreich: Finalisten und Landessieger (Jahrgänge 2022 bis 2024)
  5. Wein Niederösterreich: Landesweinprämierung, Ablauf und Teilnahmebedingungen
  6. DAC-Verordnung „Thermenregion", BGBl. II Nr. 191/2023, geändert durch BGBl. II Nr. 250/2024 (RIS)
  7. Offener Haushalt: Gemeinde Sooß, Einwohnerzahl 2025
  8. Schlumberger, Impressum: Firmensitz Heiligenstädter Straße 43, 1190 Wien
  9. Top Spirit: Marke Goldeck

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